UNSERE LIEBLINGSBÜCHER

 

Was wir lesen!

 

Vier KollegInnen aus dem Frankfurter Verlagshaus der Büchergilde haben für Sie ihre persönlichen Lieblingsbücher aus dem aktuellen Quartalsprogramm zusammengestellt.

 

Lassen Sie sich begeistern und inspirieren wir wünschen eine schöne Lektüre!

 

Julia Heller: Anne Geselle - Furiositäten

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Julia Heller,

arbeitet neben einer schönen Mooswand

sitzend im Lektorat und kümmert sich um

Rechte, Lizenzen und das Kinderbuch-Programm.

 

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Furiositäten:  

Dieses Comic suckt. Das soll es auch!  

 

Heute schon so richtig wütend gewesen? Nein? Dann wird es aber höchste Zeit! Der perfekte Anstoß dafür wäre zum Beispiel dieses Comic: Furiositäten von Anna Geselle. Ein Buch über die weibliche Wut – allgemein, im historischen Kontext und in der Gesellschaft – und meine persönliche Leseempfehlung für dieses Quartal.

 

Die Autorin reist mit uns durch die Geschichte der wütenden Frau, oder besser gesagt durch die Historie der Wut der Frauen. Sie beginnt in der Antike und endet im Hier und Jetzt. Anschaulich illustriert und mit allerlei Querverweisen beleuchtet sie, was eigentlich die weibliche Wut ist und wieso sie von der Gesellschaft (noch immer!) anders auf- und angenommen wird als die männliche Wut: Wieso dürfen Frauen nicht wütend sein, ohne dabei direkt als hysterisch abgestempelt zu werden? Wieso ist ein wütender Mann einfach nur männlich, eine wütende Frau aber direkt eine Furie? Überall, versteckt oder auch ganz offensichtlich, begegnen uns auch heute im Alltag noch (zu viele) Tipps und Tricks, damit Frauen immer nett, lächelnd und entspannt durchs Leben gehen. Angefangen von Ratgebern über Wut-Yoga bis hin zu ganzen Seminaren.

 

Dieses Comic ist anders, ganz besonders – und eines ist man nach der Lektüre ganz sicher: wütend!

 

 

Ingmar Weber: Hervé Le Tellier: Die Anomalie

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 Ingmar Weber,

verantwortet das Direkt- und Digitalgeschäft

der Büchergilde und nimmt sich seit Jahren vor,

'Krieg und Frieden' zu lesen.

 

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Die Anomalie von Hervé Le Tellier:

Der perfekte Sci-Fi-Thriller mit doppeltem literarischem Boden 

 

„Alle ruhigen Flüge sind einander ähnlich. Jeder turbulente Flug ist es auf seine Weise.“ Der extrem turbulente Linienflug der Air France mit 230 Passagieren und 13 Besatzungsmitgliedern ist besonders einzigartig. Denn drei Monate nach der geglückten Landung taucht die identische Maschine mit denselben Passagieren erneut auf und stellt die Welt vor ein Rätsel: Wie können die 243 Personen nun doppelt existieren?

 

Anhand eines bunten Figurenensembles aus Passagieren, Militärs, Wissenschaftlern und politischen und religiösen Entscheidungsträgern führt uns Hervé le Tellier die Möglichkeiten menschlichen Verhaltens vor, wenn dieselben Situationen nach drei Monaten Zeitverzug erneut auftreten: Kann eine gescheiterte Beziehung gerettet oder eine tödliche Krankheit geheilt werden? Werden aus zwei identischen Personen Partner oder Konkurrenten? Und wie erklären Wissenschaftler und religiöse Führer das Nichterklärbare?

 

Hervé le Tellier führt uns auf höchst unterhaltsame Weise vor, wie lächerlich und dramatisch die menschliche Existenz gleichzeitig ist. Er unterhält uns aber nicht nur glänzend, sondern er bietet zusätzlich ein hochliterarisches Vexierspiel voller Anspielungen wie die eingangs zitierte auf Tolstois berühmten ersten Satz aus Anna Karenina. Die Anomalie ist der perfekte Sci-Fi-Thriller mit doppeltem literarischem Boden.

 

Nina Milivojevic: Chris Whitaker - Von hier bis zum Anfang

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Nina Milivojevic,

ist Praktikantin im Digitalmarketing der Büchergilde und unterstützt das Digital-Team vor allem in den Bereichen Social Media, Website-Gestaltung und Newsletterversand.

 

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Ein mitreißendes Familiendrama:

Chris Whitaker mit Von hier bis zum Anfang

 

Chris Whitaker hat mit Von hier bis zum Anfang einen grandiosen Roman erschaffen, in dem er über Familie, Freundschaft, Liebe und Verlust schreibt.

 

In der kleinen kalifornischen Küstenstadt Cape Haven muss Duchess ihren Bruder Robin alleine großziehen, denn ihre Mutter hat den Tod ihrer Schwester nie überwinden können. 30 Jahre später wird der angebliche Mörder aus dem Gefängnis entlassen und kehrt nach Cape Haven zurück. Mit seiner Rückkehr setzt er eine Kette verhängnisvoller Ereignisse in Gang, die Duchess‘ und Robins kleine fragile Familie zerbrechen…

 

Von hier bis zum Anfang ist so viel mehr, als ich mir ursprünglich erhofft hatte – es kann einfach keine Inhaltsangabe dieser Geschichte gerecht werden. Der fließende Schreibstil und die starke weibliche Protagonistin haben mich nur so durch die Seiten fliegen lassen. Doch trotz der kontinuierlichen Spannung ist dieser Roman so viel mehr als leichte Unterhaltung: Beim Lesen musste ich meine eigenen Werte und Moral hinterfragen und habe feststellen müssen, dass es nicht immer ganz einfach ist, zwischen Gut und Böse zu entscheiden. Dieser Roman ist definitiv eines meiner Jahreshighlights!

 

 

 

Svenja Schaller: Tsitsi Dangarembga - Aufbrechen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Svenja Schaller,

arbeitet meistens mit Musik auf den Ohren

im Vertrieb und kümmert sich dort vor allem

um alle Belange rund um den Buchhandel.

 

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Tsitsi Dangarembga mit Aufbrechen

Eine fantastische Darstellung unterschiedlicher Kulturen

 

Tambudzai, genannt Tambu, lebt mit ihrer Familie in einem kleinen Ort in Rhodesien (in der heutigen Republik Simbabwe) und möchte unbedingt die Schule besuchen – ein Privileg, das jedoch nur ihrem älteren Bruder vorbehalten ist. Mit der Erinnerung an den Tod ihres Bruders beginnt der Roman. Danach erzählt uns Tambu in Rückblicken, was zur Entfremdung der beiden geführt hat und warum sie nicht um ihn trauerte.

 

Durch diesen Erzählstil fühlt man eine gewisse Nähe zur Protagonistin, teilweise spricht sie uns auch persönlich an, um uns etwas in Erinnerung zu rufen. So kann man dann auch Tambus Unverständnis für das Verhalten ihrer Cousine Nyasha nachvollziehen, die die Hälfte ihres Lebens in England verbracht hat und entsprechend westlich sozialisiert ist. Dieses Aufeinandertreffen der zwei Mädchen und ihrer verschiedenen Erfahrungen ist eine fantastische Darstellung unterschiedlicher Kulturen –  aufs Kleinste heruntergebrochen. Oft nehmen sie dieselbe Situation ähnlich wahr, kommen aber zu unterschiedlichen Schlüssen, wie sie damit umgehen möchten.

 

 Gerade das Zusammenspiel der zwei Cousinen gefällt mir sehr gut, aber auch so macht es große Freude Tambu in Aufbrechen auf ihrem Weg zu begleiten und ihre Entwicklungen zu beobachten.

 

 

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