VON WEITEN HORIZONTEN

FrauenburgDom

EINE LITERATOUR ZWISCHEN MASUREN UND BERNSTEINKÜSTE  

Literatur- und Wanderreise

 

Ein Land, wo der Himmel über den grauen Dörfchen so hoch ist wie am Meer, wo jedes Dorf einen See besitzt und wo es so viele Seen gibt, dass manche keinen Namen haben. In Masuren prägt die Natur den Menschen und nicht umgekehrt. Und doch hat dieses stille Land mehr zu bieten als Wälder und Wasser. Aus seinen einfachen Forsthäusern und Städtchen kamen große Autoren wie Arno Holz, Ernst Wiechert, Siegfried Lenz und Wolfgang Koeppen. Schwermütig oder humorvoll lassen sie das alte Masuren noch einmal lebendig werden. Unsere literarischen Streifzüge verbinden Natur, Geschichte und Literatur. Auf Kähnen und Schiffen, vor allem aber zu Fuß, entdecken wir ein schwermütig schönes Land jenseits des Horizonts. Und wir treffen Menschen, welche die alte und die neue Geschichte dieses faszinierenden Landes (re)präsentieren. Reisebegleiter sind Arthur Schnabl und Iwona Buczkowska.

 

Reiseverlauf


TAG 1 - Samstag: Anreise

Treffpunkt ist Warschau, Hauptbahnhof, 16 h. Wir erwarten den Vormittagszug Berlin (ab 9.37 h; an 15.33 h). Falls Sie früher ankommen, unbedingt Zeit für die Altstadt einplanen! Sie war 1945 völlig zerstört, ihr Wiederaufbau gilt als Meisterleistung der  Denkmalsanierung und ist Weltkulturerbe. Genaueres steht im Anschreiben. Weiterfahrt mit einem Charterbus nach Masuren. Wir wohnen bei Frau Nosek in der Pension Habenda, direkt am schönsten Fluss Masurens, der Krutynia.

 

TAG 2 - Sonntag: Die Krutynia – im Landschaftspark Masuren

Zur Einführung machen wir eine heitere Wanderung durch die bezaubernden Wiesen des Landschaftspark Masuren (ca. 8 km, flach), vorbei an Pferdekoppeln und masurischen Häuschen, in die alten Philliponendörfer Piasken und Wojnowo, wo uns alte Ikonen von der tiefen Gläubigkeit des europäischen Ostens erzählen.

 

TAG 3 - Montag: „Wälder und Menschen“

Eine Wanderung (12 km, flach) durch das große Waldrevier der Johannisburger Heide zum einsamen Forsthaus Kleinort / Pierslawek macht uns mit den wundervollen Wäldern und Seen Masurens bekannt; und mit dem bedeutendsten Schriftsteller Masurens, Ernst Wiechert, der hier aufwuchs. Am Abend wird uns Oma Nosek, wenn sie guter Laune ist, in bräiitem Ostpreußisch „Geschichtchens“ erzählen.

 

TAG 4 - Dienstag: Der Gang der Geschichte

Die masurischen Städtchen wurden in zwei Kriegen zerstört. Auch das alte Rastenburg, die Geburtsstadt von Arno Holz, hat es schwer getroffen. Erzählen wird uns davon ein agiler junger Pastor der evangelischen Gemeinde. Auf dem Heimweg machen wir im Dörfchen Sorquitten Halt. Ganz unerwartet wird uns dort in der alten Kirche liebenswerte Bauern-Fröhlichkeit trösten und uns einiges über die Beschaffenheit der masurischen Wolken erzählen.

 

TAG 5 - Mittwoch: War Suleyken so zärtlich?

Mit dem Bus ins östliche Masuren nach Elk / Lyck, das seinen Ruhm dem hier geborenen Siegfried Lenz verdankt. Hier beginnt unsere Suche nach dem mythischen Dörfchen Suleyken. Wo liegt die Heimat von Hamilkar Schas und seinen versponnenen Landsleuten? Eine heitere Wanderung über Moränenhügel und durch liebliche Wiesen, vorbei an namenlosen Seen und durch vergessene Dörfer, lüftet das Geheimnis. (ca. 13 km, flach) Hier ist Masuren noch bei sich selber. Am Abend beziehen wir dann unser zweites Quartier. Schöner als die Ranch Kietlice kann eine Unterkunft kaum liegen. In einer einsamen Heidelandschaft am Mauersee / Jez. Mamry, nur einige Kilometer von der Steinorter Landzunge entfernt. Eine kilometerlange Allee führt zu diesem bezaubernden Ort. Die Halbinsel Sztynort gehört zu den schönsten Landschaften Masurens.
 

TAG 6 - Donnerstag: Zeitenende – Wolfsschanze und Steinort

Nicht etwa düstere Felsen sind es, die sich im Wald bei Rastenburg verbergen, sondern die Bunker des ehemaligen „Führerhauptquartiers Wolfsschanze“. Wir versuchen diesen schwierigen Ort mit Hilfe der Poesie zu entdecken. Danach geht es endlich aufs Wasse: Auf dem liebenswürdigen Schiff von Herrn Kontantynowitsch tuckern wir langsam über Seen und Kanäle zum verfallenen Schloss Steinort, dessen Besitzer Heinrich von Lehndorff ein Mitverschworener des 20. Juli war. Marion Gräfin Dönhoff hat das Leben, das einst dort herrschte, eindrucksvoll beschrieben. – Durch eine vierhundertjährige Eichenallee wandern wir dann nach Hause. (4 km)

TAG 7 - Freitag: Masurisches Glück – Ruhetag

Jetzt ist es an der Zeit, in Ruhe die Umgebung unseres Quartiers zu erkunden und die Seele nach Lust und Laune baumeln zu lassen: am See sitzen, Boot fahren, durch die Wiesen stromern, nach Steinort oder zum masurischen Kanal mit seiner einmaligen melancholischen Stimmung. Am Abend schüren wir ein Feuerchen und nehmen wir (ungern) Abschied von Masuren.
 

TAG 8 - Samstag: Weltwunder aus Ziegel: die Marienburg

Weiterfahrt mit dem Zug an die Ostsee, ans Frische Haff. Unterwegs besuchen wir noch Malbork, das ehemalige Marienburg mit der berühmtesten Burg Ostpreußens. Das einstige Zentrum des Deutschritterordens ist heute UNESCO-Weltkulturerbe. Danach, während wir durch die kanälereiche Kulturlandschaft des Danziger Werders fahren, spüren wir schon die Salzluft der Ostsee. Unser nettes Quartier, die Pension Alexandra, liegt auf der Landzunge der Frischen Nehrung im Badestädtchen Krynica / Kahlberg, nur einige hundert Meter vom Strand und Haff.

 

TAG 9 - Sonntag: Die Revolution des Domherrn: Frauenberg

Je nach Jahreszeit fahren wir entweder mit der Fähre über das Frische Haff oder mit dem Bus in einen Ort, der das europäische Denken veränderte: im kleinen Frauenberg / Frombork mit seinem grandiosen Backsteindom wagte der Domherr Nikolaus Kopernikus als erster, die Erde aus dem Himmelszentrum zu entfernen. Dagegen scheint im kleinen Fischerdörfchen Tolkemit die Zeit stehen geblieben zu sein.

 

TAG 10 - Montag: Wanderung an der Bernsteinküste

 Bei einer besinnlichen Strandwanderung an der sogenannten Bernsteinküste (8 km) atmen wir die Weite der Ostsee, sehen Fischern bei der Arbeit zu und finden vielleicht die „Schweißtropfen der Sonne“, die der Küste ihren Namen gaben. Am Ende, während unserer Rast am Ostseestrand, sehen wir sogar durch einen löchrigen Grenzzaun nach Russland hinein und beneiden die Vögel, die problemlos darüber weg fliegen.

 

TAG 11 - Dienstag: Die Königin der Ostsee – Danzig/Gdansk

Nachdem wir am frühen Vormittag das Gepäck in der Aufbewahrung am Bahnhof abgegeben haben, bleibt uns noch ein bisschen Zeit für ein großes Stadterlebnis: Es ist unglaublich, dass die Danziger Innenstadt 1945 zu 90% zerstört war. Inzwischen ist die „Königin der Ostsee“ so naturgetreu wiederaufgebaut, dass man „Die Buddenbrooks“ hier drehte. Die kompente und reizende Stadtführerin Magda zeigt uns nicht nur die Stadt, sondern auch, wie engagiert und liebevoll eine junge Danzigerin mit der schwierigen Geschichte umgehen kann… Ob Sie den Nachmittagszug nach Posen und von dort weiter den Nachtzug nach Hause oder das Flugzeug nehmen, wir helfen bei der Organisation. Genaueres siehe unten! 

 

Im Reisepreis enthaltene Leistungen:

  • 10 Übernachtungen mit Halbpension in angenehmen Häusern, alle Zimmer mit Dusche/WC; sehr gutes Essen
  • 2 kompetente Reisebegleitungen
  • Fahrten in Polen ab Warschau / bis Danzig
  • alle Tickets, Eintritte, Lesungen, Kulturprogamme
  • Ausführliches Info- und Lesematerial

 

Wie kommen Sie nach Masuren?

Über Warschau, wo wir Sie von Bahnhof Warszawa Centralna abholen. (Alles laut Fahrplan 2019)

Per Zug – z. B. über Berlin: EC43, ab 9.37 h, an 15.33 h.

Per Bus – s. z. B. www.busliniensuche.de (führt auch Mitfahrgelegenheiten auf). Oder www.flixbus.de. Beides in der Regel sehr preisgünstig.

Per Flug – günstige Vormittagsflüge gibt es z. B. von Frankfurt, Düsseldorf, München, Hamburg oder Berlin.

Weiterfahrt nach Masuren – voraussichtlich 16.15 h. Diese Fahrt wird von uns organisiert.

Per Auto – die Hotels haben (meist kostenlose) Parkplätze.

 

… und zurück? Rückfahrt von Danzig, wo die Reise endet.

Per Zug – meist mit Umstieg in Posen, z. B. Danzig ab: 12.02 h, Berlin Lichtenberg 18.01 h, später dann ab 15.59 h > Berlin Lichtenberg 22.09h an. Ein Direktzug nach Berlin geht um 7.30 h ab > 13.04 h an.

Per Bus – s. o.

Per Flug – Direktflüge von Danzig gibt es z.B. nach Dortmund, Köln, Frankfurt, München oder Berlin.

Verlängerung in Danzig? Ein halber Tag für Danzig ist sehr wenig Zeit. Wir empfehlen ein Zimmer im klassisch-gepflegten altstadtnahen Hotel Dom Muzyka unter www.dom-muzyka.pl zu reservieren. Wir helfen gerne, Bestpreis können wir aber nicht garantieren.

 

Änderungen vorbehalten

 

Reisedetails

Termin: 09. bis 19. Mai 2020 

Anmeldeschluss: 30. März 2020

 

Teilnehmerzahl: mind. 8 / max. 18 Personen

 

Reisepreis pro Person - Eigenanreise:

  • EUR 1140,- im Doppelzimmer
  • Aufpreis EUR 195,- im Einzelzimmer

Reisebegleiter und Referenten: Arthur Schnabl (Lesen Sie hier seinen Reisebericht) und Iwona Buczkowska

 

Reiseveranstalter: Begegnung mit Böhmen (AGB)

 

Das Anmeldeformular zur Reise finden Sie hier.

 

Für Buchungsanfragen und weitere Informationen zur Reise schreiben Sie bitte eine E-Mail an reisen@buechergilde.de oder Sie wenden sich telefonisch an uns unter 069 / 27 39 08 - 56.

 

 

 

 

 

 

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