Unser Filmtipp

Schachnovelle

Jetzt im Kino.

 

 

Bildgewaltige Literaturverfilmung des Klassikers von Stefan Zweig. Neu illustriert ist die berühmte Novelle auch im aktuellen Quartalsprogramm der Büchergilde erschienen.

„Die Schachnovelle ist mir schon früh begegnet“ erzählt Regisseur Philipp Stölzl des gleichnamigen Films, der am 23. September 2021 in den deutschen Kinos angelaufen ist. „Zweigs rätselhafte und bedrückende Erzählung hat sich mir damals eingebrannt und gehört zu den Geschichten, die mich in der einen oder anderen Form durchs Leben begleitet haben. Als mir Philipp Worm und Tobias Walker von ihren Plänen zu einer Neuverfilmung erzählten, habe ich mich sehr gefreut, interessiert das Drehbuch gelesen – und war begeistert.“

 

Die erste Kinofassung des Literaturklassikers entstand 1960 unter der Regie des deutschamerikanischen Filmemachers Gerd Oswald. Der Film feierte seine Premiere im Wettbewerb um den Goldenen Löwen auf dem Internationalen Filmfestival in Venedig. Später fand die Geschichte auch ihren Weg ins Theater. 2004 verfasste der österreichische Schriftsteller Helmut Peschina eine erste Bühnenfassung, die auch heute noch auf vielen deutschen Bühnen als Vorlage genutzt wird. Daneben gibt es zahlreiche weitere Neuinszenierungen und -interpretationen Stefan Zweigs zeitloser Geschichte. Ganz aktuell hat auch Illustrator Christoph Vieweg die Schachnovelle mit seinen expressionistischen Zeichnungen für die Büchergilde neu in Szene gesetzt. (» Hier mehr erfahren)

Die Geschichte der Schachnovelle startet in Wien, im Jahr 1938: Österreich wird vom Nazi-Regime besetzt. Kurz bevor der Anwalt Bartok mit seiner Frau Anna in die USA fliehen kann, wird er verhaftet und in das Hotel Metropol, Hauptquartier der Gestapo, gebracht. Als Vermögensverwalter des Adels soll er dem dortigen Gestapo-Leiter Böhm Zugang zu Konten ermöglichen. Da Bartok sich weigert zu kooperieren, kommt er in Isolationshaft. Über Wochen und Monate bleibt Bartok standhaft, verzweifelt jedoch zusehends – bis er durch Zufall an ein Schachbuch gerät. Es handelt sich dabei um Aufzeichnungen von Schachpartien, die er in den folgenden Wochen immer wieder nachspielt, bis er sich in einen regelrechten Wahn hineinsteigert.

 

 

 

In der neuen Verfilmung von Regisseur Philipp Stölzl wurde Zweigs Geschichte leicht verändert. In der literarischen Vorlage gibt es eine Rahmenhandlung, in der die eigentliche Kerngeschichte in einer einzigen langen Rückblende eingebettet ist. Im Film ist die Rahmenhandlung und Rückblende sehr viel komplexer miteinander verwoben als bei Zweig. „Der Zuschauer denkt dabei zunächst, dass er einfach nur eine klassische Montage zweier Zeitebenen sieht, aber Stück für Stück werden die Ereignisse auf diesem Schiff immer merkwürdiger, irgendetwas fühlt sich im Verlauf der Reise falsch an, es gibt ein Geheimnis“, sagt Stölzl dazu. Auch der Twist am Ende des Films weicht von der literarischen Vorlage ab. „Aber hier, bei unserer Drehbuchadaption, scheint dieser Twist total passend, weil sie diesen kafkaesken, surrealen Unterton der originalen Schachnovelle aufnimmt und daraus einen filmischen Coup strickt“, so der Regisseur.

 

Stölzl konnte für seine Neuverfilmung eine beeindruckende Besetzung gewinnen: Neben Hauptdarsteller Oliver Masucci (Als Hitler das rosa Kaninchen stahl, Werk ohne Autor, Er ist wieder da) sind Albrecht Schuch (Berlin Alexanderplatz, Systemsprenger, Bad Banks), Birgit Minichmayr (3 Tage in Quiberon, Die Goldfische, Alle Anderen) und Rolf Lassgård (Ein Mann namens Ove) Teil des herausragenden Ensembles.

 

Insbesondere Hauptdarsteller Oliver Masucci zeigte sich sehr verbunden mit seiner Rolle: „Es ist ein Schmerzensweg, den er da geht. Das war etwas, mit dem ich mich nicht zu lange beschäftigen wollte. Die vier Monate Drehzeit haben mich sehr mitgenommen.“

Die Neuverfilmung der Schachnovelle ist für sieben Deutsche Filmpreise nominiert, u.a. als Bester Spielfilm. Regisseur Philipp Stölzl wurde bereits im Juni in München für seinen Film mit dem Friedenspreis des Deutschen Films – Die Brücke ausgezeichnet. Seit 2002 würdigt der Preis jährlich herausragende künstlerische Arbeiten. Die Jury begründete ihre Entscheidung wie folgt: „Philipp Stölzl hat stark in die Struktur der Novelle von Stefan Zweig eingegriffen, aber genau das muss man, wenn man als Filmemacher Literatur eben nicht nur bebildern, sondern ein eigenes, filmisches Kunstwerk schaffen will.“

 

Der Film ist seit dem 23.09.2021 in den deutschen Kinos.

Produktion: Walker + Worm Film in Koproduktion mit der österreichischen DOR Film und STUDIOCANAL Film sowie ARD Degeto, BR  in Zusammenarbeit mit ORF, gefördert durch: FilmFernsehFonds Bayern, Medienboard BerlinBrandenburg, Filmförderungsanstalt, Deutscher Filmförderfonds, FISA-Filmstandort Austria, Österreichische Filminstitut und Filmfonds Wien sowie finanziert durch Bayerischer Bankenfonds.

 

 

» Zum Trailer (YouTube)

 

 

Unsere Empfehlung:

 

Für die Büchergilde hat Illustrator Christoph Vieweg

die Schachnovelle neu in Szene gesetzt! 

Schachnovelle von Stefan Zweig

» Direkt zum Buch Schachnovelle von Stefan Zweig

» Mehr erfahren: Die Büchergilde im Schachfieber