Ungewöhnliche Non-Books mit Geist und Witz

Ausgewählte Spiele anderer Verlage bereichern und ergänzen seit den 70er-Jahren das Programm der Büchergilde, ab dem Jahr 2000 in der Reihe Die schönen Dinge. Seitdem suchen wir Quartal für Quartal interessante, besondere, originelle und handwerklich sorgfältig hergestellte Non-Books, Spiele und Accessoires für Sie aus. Das heißt, wir sichten Verlagsvorschauen, besuchen Messen, studieren Magazine und gehen in Läden und Museumsshops auf Entdeckungstour, um Dinge zu finden, die zur Büchergilde passen. Eine kreative Ideenschmiede, mit der wir seit vielen Jahren erfolgreich zusammenarbeiten, ist der Verlag MeterMorphosen mit Sitz in Frankfurt. Für das zweite Quartal haben wir uns drei ihrer Highlights ausgesucht: Eierköppe, das StadtSpiel und den SinnfragenKombinator. Ein Gespräch mit Florian Koch, der zusammen mit vier Freunden seit 1999 MeterMorphosen, den Verlag für verändertes Schenken, betreibt.

Herr Koch, wie kam es zur Gründung von MeterMorphosen?

Die Verlagsgründung war keine Verlagsgründung. Am Anfang stand eine Idee, nämlich die, neben 2000 Millimetern 2000 Jahre Weltgeschichte abzubilden, herausgebracht als hölzerner Gliedermaßstab ein Jahr vor dem Millennium. Und mit diesem aus dem Stand heraus erfolgreichen Historischen Zollstock kam dann die Verlagsgründung.

Wer konzipiert bei Ihnen neue Non-Books?

Entwickelt wurden die ersten Titel von fünf alten Freunden, die sich beim Erstling ein Jahr Zeit ließen, fortan aber schneller arbeiten mussten, denn die Nachfrage stieg – nach ungewöhnlichen Bildungsobjekten mit Geist, Nutzen und Charme. Kultur-Thermometer, eine kurze Temperaturgeschichte in 75 Graden, Gedichtband mit Lyrik auf Taftbändern – dies und mehr folgte dem selbst gestellten Profil: spielerischer Umgang mit Bildung, Verwandlung von Alltagsgegenständen und Vereinfachung von komplexen Zusammenhängen.

Arbeiten Sie bei der Entwicklung von Non-Books auch mit externen Partnern zusammen?

Ja, zum Beispiel beim Gemischten Doppel-Memospiel mit dem Süddeutsche Zeitung Magazin, in dem jeden Freitag eine neue Folge der kürzesten Kolumne der Welt erscheint, mit verdrehten Wort-Bild-Paaren wie Mastferkel und Fastmerkel. Oder mit dem italienischen Anbieter Palomar, der 2010 mit Crumpled City auf den Markt kam: MeterMorphosen hat dem Angebot an Knüll-Stadtplänen dann etliche deutsche Städte hinzugefügt.

Wofür steht MeterMorphosen? Was ist Ihre Philosophie?

MeterMorphosen steht für edel ausgestattete Produkte, die Anspruch mit Witz würzen, so etwa der SinnfragenKombinator oder Memospiele wie Die Kunst, aufzuräumen. In 18 Jahren Verlagsgeschichte haben wir 20 Produktpreise bekommen, vom GERMAN DESIGN AWARD über DESIGN PLUS bis hin zum Nonbook Award der Frankfurter Buchmesse. Das gibt Elan für weitere Reisen in die Welt überraschender, geistreicher Produkte.

Wir danken für das Gespräch und wünschen Ihnen und der Büchergilde noch viele schöne Non-Books.

   

© Martin Mascheski
Das MeterMorphosen-Team: Ingo Kollmann, Christoph Kremer, Michael Knäbe, Florian Koch, Jordi Guasti (von links nach rechts) © Martin Mascheski