WEIHNACHTEN

Schöne Bücher schenken – Leseträume erfüllen

 

Von unseren Lieblings-Buchumschlägen, außergewöhnlicher Buchgestaltung und Zeichenkunst

 

Mit Büchern lässt sich Lesefreude in die dunkle Jahreszeit bringen: Machen Sie sich selbst oder einer geschätzten Person eine (Weihnachts-)Freude – ein wohl ausgesuchtes, schön gestaltetes Buch erfüllt Leseträume und lädt zum Austausch über gute Geschichten und kluge Themen ein. Auf dieser Seite stellen Ihnen einige Verlagskolleginnen und -kollegen ihre aktuellen Lieblings-Buchumschläge vor. Lassen Sie sich davon inspirieren, vielleicht ist ja auch eine Geschenkidee für Sie dabei.

Aus dem Büchergilde-Programm:

Das sind die persönlichen Lieblings-Buchumschläge einiger Frankfurter KollegInnen

Alexander Elspas (Geschäftsführer der Büchergilde und Vorsitzender der Büchergilde Gutenberg Verlagsgenossenschaft) mit Bertolt Brecht / Hans Ticha (Ill.) – O die unerhörten Möglichkeiten
  Sofia Wacker (Digitalmarketing) mit Kim Young-ha / Jill Senft (Ill.) - Aufzeichnungen eines Serienmörders

 

„Als Augsburger fällt meine Wahl natürlich auf den illustrierten Brecht-Lyrikband O die unerhörten Möglichkeiten: So wie das gesamte Buch hat unsere Kollegin Clara Scheffler auch den plakativen, strahlend gelben Umschlag mit Hans Tichas Zeichnung einfach großartig gestaltet.“

 

Alexander Elspas (Geschäftsführer der Büchergilde und Vorsitzender der Büchergilde Gutenberg Verlagsgenossenschaft) mit dem Lyrikband O die unerhörten Möglichkeiten von Bertolt Brecht, illustriert von Hans Ticha.

 

„Jill Senfts klarer und linearer Zeichenstil gefällt mir äußerst gut. Mit dem subtilen, ironischen Humor der Illustrationen und der neonpinken Schrift ist das Cover von Kim Young-has Aufzeichnungen eines Serienmörders ein richtiger Hingucker.“

  

Sofia Wacker (Digitalmarketing) mit Aufzeichnungen eines Serienmörders von Kim Young-ha, illustriert von Jill Senft.
Nicole Duplois (Herstellung) mit Ian McEwan - Lektionen
  Michael Lübbecke (Finanzen/Controlling) mit Mathijs Deen – Der Holländer

Ich bin immer gespannt, was unter dem Schutzumschlag ist, und tatsächlich: Bei McEwan ist es besonders schön. Die Klaviertastatur wiederholt sich auf dem Rücken des Einbandes, und zwar tiefgeprägt. Es ist also wirklich auch ein haptisches Vergnügen, das Buch in die Hand zu nehmen. Dazu kommt noch die wunderbare Farbkombination aus hellblauem Bezugsmaterial und pflaumenfarbenem Vorsatzpapier.“

  

Nicole Duplois (Herstellung) mit Lektionen von Ian McEwan
 

 

„Dieses von Cosima Schneider gestaltete Cover des spannenden Kriminalromans Der Holländer von Mathijs Deen spricht mich sehr an. Schon seit meiner Kindheit kann ich mich für die Ansicht von Landkarten begeistern. Wo welche Orte liegen und in welcher geografischen Beziehung sie zueinanderstehen, ist für mich eine unterhaltsame Entdeckungsreise. Sind die Dimensionen und die Lage von Nord- und Ostfriesland auf diesem Cover real? Um diese Frage zu beantworten, lohnt sich ein genauer Blick darauf; nicht zuletzt auch wegen der sehr ansprechenden farblichen Gestaltung.“

  

Michael Lübbecke (Finanzen/Controlling) mit Der Holländer von Mathijs Deen

  Marie-Theres Stickel (Teamleitung Digital & Lektorat) mit Benedikt Feiten – Leiden Centraal
 

 

 

 

„Illustrator Jörg Hülsmann hat für Benedikt Feitens Roman Leiden Centraal einen – wie ich finde – fantastischen Umschlag entworfen: So wie die spannende Geschichte des Romans, entwickelt auch die Zeichnung eine beeindruckende Sogwirkung. Man hat den Eindruck, geradewegs auf der Autobahn Richtung Leiden (NL) unterwegs zu sein: „Kein Ausstieg möglich, bitte umblättern …“

  

Marie-Theres Stickel (Teamleitung Digital & Lektorat) mit Leiden Centraal von Benedikt Feiten 

  


Blick in die Büchergilde-Werkstatt: Mit Gestalterin Clara Scheffler

 

 

 

 

 

 

Inhalt und Form gehen bei der Buchgestaltung Hand in Hand: So haben unsere Kolleginnen und Kollegen der Herstellungsabteilung immer das Ziel, dass der Buchumschlag als Gewand unserer Bücher optisch und haptisch überzeugt.

 


Wollten Sie an dieser Stelle schon immer einmal genauer wissen, warum eine bestimmte Farbe, eine besondere Typografie oder ein ausgesuchtes Motiv für einen Umschlag gewählt wurde? Gestalterin Clara Scheffler aus unserer Herstellung gibt Ihnen hier einige Einblicke in die Gestaltung ihrer letzten Büchergilde-Ausgaben:


 

Victor Klemperer – Die Sprache des Dritten Reiches


„Die Typografie sollte sich an Victor Klemperers Analyse zur Verformung, zur Instrumentalisierung der Sprache im dritten Reich anlehnen. Dafür habe ich die Schrift Softie von Bianca Seidel verwendet, die sehr runde aber auch sehr kantige Buchstaben-Alternativen enthält. Der Titel wird auf dem Cover transformiert, die Sprache verändert sich, spitzt sich zu. Die Gesamtgestaltung sollte eher zurückhaltend, kühl, auf keinen Fall gefällig sein. Leicht bedrohlich sollte das Rot aus dem Inneren herausscheinen.“

Victor Klemperers klassische Aufzeichnungen dokumentieren die Selbstbehauptung eines Intellektuellen in hoffnungsloser Zeit. Und sie zeigen Möglichkeiten einer kritischen Gegenwehr.

 

Kim de l'Horizon – Blutbuch


„Kims Buch hat mich sehr beeindruckt. Beim Lesen sind mir die vielen Bild-Metaphern aufgefallen: Das Meer, verschiedene Pflanzen (nicht nur die Blutbuche, sondern auch Orchideen, Geranien oder die Monstera). Zudem ist mir der konstante Kampf zwischen Warm und Kalt, der Eishexe und der Erzählperson im Kindesalter aufgefallen. Das wollte ich in der Gestaltung aufgreifen. Das schimmernde Material legt sich in der Farbigkeit nicht fest, ist fluide. Auch die verwendete Schrift funktioniert nach diesem Prinzip: Die Schrift gender von Florian Wagner kann sich als variable Font in einem nicht-binären Spektrum verschiedener Schriftformen bewegen.“

Ein einzigartiger Befreiungsakt von den Dingen, die wir weitertragen: Geschlechter, Traumata, Klassenzugehörigkeiten. Kim de l’Horizon nähert sich einer fließenden Art des Schreibens, die nicht festlegt, sondern öffnet.

 

Asako Yuzuki Butter


„Was könnte als Motiv passender sein als ein Stück Butter? Hier habe ich Titel und Autorinnenname direkt in ein Stück Butter geritzt. Super, dass das Buch auch noch so ungefähr die Dicke eines Butterstücks hat! So zieht sich die Butter (inhaltlich) einmal durchs Buch und ist hinten wieder (bildlich) zu sehen.“

Ein Roman, der Essen und Trinken feiert, dabei aber ebenso die unmöglichen Erwartungen thematisiert, die an Frauen in patriarchalen Gesellschaften heute gestellt werden.

 

BÜCHERGILDE unterwegs: Die Reisereihe


„Bücher zum Thema Reisen? Was wäre, wenn das Buch direkt als Postkarte von der Herausgeberin kommen würde? Und wenn dann schon richtig: Hier haben wir uns entschlossen den Titel auf dem Cover wegzulassen – wie bei der Postkarte spricht einzig das Bild.“

Die Reise-Reihe gegen Fernweh, die neugierig macht auf (Un)bekanntes. Wo immer man sich zum Lesen niederlässt, mit diesen Büchern lassen sich durch die Augen der Schreibenden neue Gefilde entdecken und anregende Länder und Situationen miterleben.

 

Carmen Maria Machado – Das Archiv der Träume


„Ein Haus als Bild für eine toxische Beziehung zweier Frauen. Hier umschließt das Material (bedruckt mit einer rissigen Hausfassade) das Buch komplett. Wir als Lesende müssen noch einen weiteren Schritt überwinden, um an den Inhalt zu gelangen, um einzudringen, hinter die Fassade zu gelangen.“

Ein Buch, das die Grenzen autofiktionalen Erzählens sprengt: Es ist queer, bewegend und von großer subversiver Kraft.

 

Bettina Wilpert – Herumtreiberinnen

 

„Im Buch lernt Manja Maxie beim Walnussknacken kennen, später behält Manja die Walnuss als Wertgegenstand. Die drei Walnüsse für die drei Zeitstränge, drei Protagonistinnen. Formal erinnert die Walnuss aber auch an eine Vulva, eine Anspielung an die venerologische Station.“

Drei Erzählstränge aus drei Zeitperioden verbindet Wilpert geschickt mit einem Haus in der Leipziger Lerchenstraße.