Die Schallplattengilde bringt Musik ins Büchergilden-Programm

In den sechziger Jahren weitete die Buchgemeinschaft ihr Programm stark aus. Fester Bestandteil wurde das politisch-historische Buch. Seit Hannah Arendts Analyse Elemente und Ursprünge totaler Herrschaft (1958) widmete sie sich immer wieder den Themen Nationalsozialismus und „Drittes Reich“, aber auch der Auseinandersetzung mit Stalinismus und Kommunismus.

 

Im Laufe der Jahre wurde neben dem Buch- auch ein umfangreiches Musikprogramm aufgebaut. Zu Weihnachten 1961 fand sich erstmalig ein eigenes Kapitel in der Mitgliederzeitschrift, das den Start der Schallplattengilde bezeichnete. „Damit erfüllt die Büchergilde den Wunsch vieler Mitglieder“, hieß es, und so konnten Mitglieder der Büchergilde fortan auch Musiktitel zu Vorzugspreisen beziehen, ebenso wie man sich auch allein für den Musikclub einschreiben konnte und zusätzlich Bücher aus dem Hauptprogramm kaufte.

„Mit vierzig, heißt’s, beginnt das Leben? Dann gratulier ich – zum Beginn!“

Helmut Dreßler und Erich Kästner 1964

1964 feierte die Büchergilde ihren 40sten Geburtstag mit einer Ausstellung in der Frankfurter Paulskirche. Inzwischen gehören 300.000 Menschen zur Büchergilde, die Zahl der Mitarbeiter (Vertrauensmänner und –frauen) ist auf über 10.000 gestiegen, in 52 Städten in der Bundesrepublik hat die Büchergilde Zweig- und Geschäftsstellen, Treffpunkte für Bücher- und Musikfreunde. 925 Titel sind seit 1948 erschienen.

 

Der Festredner war Erich Kästner, er gratulierte mit einem Gedicht zum Geburtstag:

Den Anzug schwarz und ernst die Miene

begab ich mich zur Schreibmaschine

nahm kühn wie Paderewski* Platz

und hämmerte als ersten Satz:
„Daß sich der Mensch durch Bücher bilde,

schuf Gutenberg die Büchergilde“

 


* Polnischer Pianist und Ministerpräsident