„Schaffe gute Bücher in dein Haus“

Seit Mitte der fünfziger Jahre betätigte sich die Büchergilde auch zunehmend selbst wieder als Verlag und gab Originalausgaben heraus. 1956 erschien das zweibändige Lexikon der Büchergilde, das zehn Jahre später seine Fortsetzung in einer vierbändigen Ausgabe finden sollte. Auf Anregung  der Büchergilde 1958 schrieb  Golo Mann 1958 die  Deutsche Geschichte des 19. und 20. Jahrhunders.  Es folgte eine weiterer  Bestseller in Originalausgabe: das Kochbuch der Büchergilde von Grete Willinsky mit Illustrationen von Gerdhard Oberländer.

 

Regelmäßig nahm die Büchergilde am Wettbewerb Die schönsten deutschen Bücher teil und erhielt bis heute über 140 Auszeichnungen von der Stiftung Buchkunst in Frankfurt am Main. Zudem wurden ihr über 50 Medaillen von der Fördergemeinschaft Buch-Leinen verliehen sowie weitere Auszeichnungen durch die Internationale Buchkunst-Ausstellung in Leipzig, den Art Directors Club in New York, das Festival International Du Livre in Nizza, The Annual Art in New York und den Verein Buchkultur in Ludwigsburg.

 

„Ein wichtiger Faktor der Volksbildung“ Werner Hansen

Werbeflyer aus den 50er Jahren

1954 feiert die Büchergilde ihr 30jähriges Bestehen. Im Vorwort zum eigens veröffentlichten Almanach wird auf den erfolgreichen Neubeginn in der Bundesrepublik hingewiesen „Wir wollen nicht verhehlen, daß bei den Gefühlen, die uns heute bewegen, auch der Stolz auf eine gute Leistung ist – auf eine Leistung, die es zu erreichen vermochte, daß die Büchergilde heute wieder, wie in den Jahren vor 1933 ein wichtiger Faktor der Volksbildung geworden ist.“ (Werner Hansen, Vorsitzender des Deutschen Gewerkschaftsbundes, 1954).

 

1957 wird die bisher monatlich erscheinende Zeitschrift „Büchergilde“ auf dicke Vierteljahrshefte mit erstmals bunten Abbildungen umgestellt. „Dieser Augenblick ist für die Büchergilde Gutenberg ein besonderer. Übergeben wir Ihnen mit dieser Ausgabe doch das erste bunte und zudem umfangreichste Heft der Büchergilde seit ihrem ersten Erscheinen im Jahre 1924. Das Gefühl, das wir dabei haben, gleicht dem eines Bergsteigers, der einen besonders schönen Gipfel bezwang … Wir sind froh, daß wir in 300.000 Bücherfreunden Begleiter haben, mit denen wir die Freude und die Früchte dieser Gipfelaussicht teilen können.“


In den fünfziger Jahren sind im Programm der Büchergilde vor allem das zweibändige Lexikon der Büchergilde und die auf Anregung der Büchergilde geschriebene Deutsche Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts von Golo Mann hervorzuheben. Dem informierenden Buch wird im Programm mehr und mehr Raum gegeben, so dass der Journalist Hans Peter Beuel 1958 in einem Artikel über Buchgemeinschaften feststellt, dass das Sachbuchprogramm der Büchergilde weit über die Ansprüche anderer Buchgemeinschaften hinausgeht.