Die Kleine Reihe

Fester Einband, bedruckt, 96 Seiten.

Aus dem Französischen von Sigrid Vagt.

Preis für Mitglieder 11,90 €

Originalverlagspreis 14,90 €

Artikelnummer:
154781

Erschienen:
2004

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Inhalt

Véronique Olmi ist eine Meisterin des Weglassens: In knappen Sätzen entwirft sie eindrückliche Bilder und schafft eine große atmosphärische Dichte. Wenn die Familie Delbast am Meer Ferien macht, gehört der Strand ihr. Auf dem Familienfoto posieren wie jedes Jahr: der Vater, die Mutter, die fünf Geschwister, das spanische Hausmädchen. Fanny, die Jüngste, ist nicht auf dem Foto – auf keinem, so scheint ihr. Sie ist der unerwünschte Nachkömmling, die "Nummer sechs", wie ihr Vater sie nennt. Der geliebte, stets anderweitig beschäftigte Vater, um dessen Anerkennung sie ein Leben lang kämpft. Jetzt ist er sehr alt, und während die Geschwister die Möbel und Bilder untereinander aufteilen, will Fanny nur die alten Briefe. Sie versucht, aus Sätzen und Erinnerungen sowohl die Geschichte des Vaters als auch ihre eigene zusammenzusetzen. Véronique Olmi erzählt knapp und mit großer Eindringlichkeit von einer unerwiderten Tochterliebe, von der schmerzlichen Distanz zwischen Kindern und Eltern, von der Suche nach dem Blick des Vaters als Teil der eigenen Identität. Und wie nebenbei zeichnet dieses subtile Familien-Tableau auch die Geschichte des 20. Jahrhunderts nach.

Pressestimmen

“Véronique Olmi erzählt diese unglückliche Kindheit in einem Ton milder Melancholie, der selten bitter klingt. Fanny konstatiert, statt anzuklagen.”

Die Zeit

Kommentare und Bewertungen
Bewertung

Kommentar von Isabel Wetzel (08.07.2011)

„Sehr gut geschildert, diese Vaterliebe, die nicht erwidert wird. Von einem jungen Mächen zu einer erwachsenen Frau hat sie genau die selbe Meinung wie damals. Doch sie hat es all die Jahre verdrängt, in ihrer Familie nur das Schwarze Schaf zu sein, und rückt erst kurz vor dem Tod ihres Vaters mit all ihren Gedanken heraus.”

Kommentar von Uta Zepf (08.07.2011)

„Ganz lakonisch, und vielleicht deshalb so eindringlich, beschreibt Olmi diese Kindheit, die nicht erwiderte Liebe zum Vater. Ein Kind wird kaum wahrgenommen, an den Rand der Familie gedrängt, aber es liebt diese Familie weiter. Ich musste das Buch in einem Zug fertiglesen und bin sehr nachdenklich zurückgeblieben: über die eigene Kindheit, über die Gedanken des eigenen Kindes, über die vielen nicht beachteten Kinder dieser Welt.”

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