Schutzumschlag, Leinen, 432 Seiten.

Aus dem Spanischen von Dagmar Ploetz.

Preis für Mitglieder 9,95 € (früher: 18,90 €)

Originalverlagspreis 22,00 €

Artikelnummer:
15983X

Erschienen:
2009

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Inhalt

Ein Roman aus Spanien, der mit unserer Zukunft abrechnet. Ein mediterranes Familienepos, welches das höllische Paradies durchmisst, in das Wachstumswahn, Wohlstandsfanatismus und die Verwüstung von Europas schönsten Landschaften führen werden. Bewegend! Und in einer schrecklichen Klarheit, der man sich nicht entziehen kann. Matias ist gestorben, der charismatische jüngere Bruder des erfolgreichen Bauunternehmers Rubén Bertomeu, in seiner Jugend ein Anhänger revolutionärer Gewalt, später - wie seinem Bruder zum Trotz - ein Ökobauer. Mit dem Tod von Matias setzt ein vielstimmiger Chor ein: Da ist Rubén, der Sozialist und Bauunternehmer, der auf sein Leben zurückblickt, in dem jedes Ideal für Geld und Erfolg geopfert wurde. Da ist seine zweite Frau Monica, blutjung und karrieregeil. Und seine Tochter Sylvia, eine Kunsthistorikerin, gefangen in einer freudlosen Ehe mit dem arroganten Professor Juan Mullot. Sie alle profitieren von Rubéns Reichtum, gleichzeitig verachten sie ihn. Rubéns Kindheitsfreund, Federico Brouard, ist als Schriftsteller gescheitert und verbringt seine letzten Tage im Suff, Ramon Collado ist Rubéns Mann fürs Grobe. Aus diesen unterschiedlichen Perspektiven entsteht ein grandioses Gesellschaftspanorama: die Familie als Ort des Besitzdenkens, die Zerstörung der Umwelt, Bauspekulation, schmutzige Geschäfte, Korruption, Drogen. Sexualität als Ware und gleichzeitig letzter Halt gegen die Auflösung jeglicher Verbindungen. Rafael Chirbes erzählt in Krematorium eine aus den Fugen geratene, von den Göttern verlassene Welt, in der keine Gewissheit mehr gilt, in der Werte, Wörter und Utopien leere Hülsen sind. Und doch ist dieser Roman ein Rettungsversuch: Aus der Erzählung der Widersprüche einer Gesellschaft, die sich ganz dem Konsum und dem Mammon verschrieben hat, wird schmerzhaft deutlich, was wir verloren haben.

Kommentare und Bewertungen
Bewertung

Kommentar von Holger Kolbe (08.07.2011)

„Das Buch hat leider nicht meine Vorstellung eines "mediterranen Familienepos" getroffen. Ich habe vorher den großartigen Roman "Die Stimmen des Flusses" von Cabre gelesen und bin nun von Chirbes sehr enttäuscht. Natürlich völlig subjektiv.”

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