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Artikelnummer:
297685

Erschienen:
2016

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Inhalt

LAUT yodeln ist ein Mitschnitt des Yodel-Festivals im Juni, veranstaltet von Trikont und dem Münchner Kulturreferat, in der Allerheiligen Hofkirche und im Volkstheater. Im Mittelpunkt steht die Kulturtechnik des Jodelns, die nahezu weltweit verbreitet ist. Das »unartikulierte Singen aus der Gurgel« ist, entgegen mancher Vorurteile, nicht nur ein alpenländisches Phänomen. Ob Amerika, Afrika, die Südsee oder Südosteuropa – überall wird in unterschiedlicher Manier gejodelt. Jeder, der den Film »Mars Attacks« gesehen hat, erinnert sich, wie die Marsmenschen auf dem Weg zur Weltherrschaft nur durch einen kraftvollen Cowboy-Jodler gestoppt werden können. Der Sound zerschmettert die Helme der Eindringlinge, ihre Köpfe werden zu grünem Pudding und die Welt ist mal wieder kurz vor knapp gerettet. Und dass der nicht nur in den USA bekannte Countryjodler Jimmie Rodgers (1897-1933) in Nairobi als Heiliger verehrt wird, ist keine Filmlegende. Hingewiesen sei auch noch auf Vermutungen, dass beim amerikanischen Jodler Elemente von Indianergesängen zu fi nden sind. Bart Plantenga, ein DJ aus New York geht in seinem Buch »Yodel-AYEe-Oooo. The Secret History of Yodeling around the World« über alle Formen des Jodelns, ganz verschiedenen Spuren nach. War das Jodeln in vielen Kulturen ursprünglich ein Verständigungsmittel über weite Distanzen, ein Wiegenlied oder ein Alarmruf, so entsteht momentan ein fast schon »urbanes Jodeln« – der städtische Jodler entwickelt sich quasi aus einer enormen Nachfrage von jodel-interessierten Menschen.

Im Gegensatz zum schönen Singen erlaubt das Jodeln durchaus den ein oder anderen stimmlichen Schlenker und die Angst, als Falschsinger entlarvt zu werden ist bei dieser Technik völlig unbegründet. Und da der Jodler zudem ohne Text auskommt, funktioniert die Verständigung ganz ohne Sprache – eine ideale Kulturtechnik zur Vernetzung unterschiedlicher Kulturen also. Plantenga beschreibt das Jodeln als eine Form des Fortschritts, vergleichbar mit dem Unterschied zwischen konkreter und abstrakter Kunst. »Das Jodeln ist näher am Paradies als das Singen« – findet er.

 

Herausgeber: Christoph Wagner

Mit: Erika Stucky, Christian Zehnder, Natur Pur, Yellow Bird, Baka Beyond, Duo Windbone, Drasch-Reiter, Black Patti und die Hornisten der Münchner Philharmoniker.

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