Titelbild: Die große Ernüchterung
Deutsche Erstübersetzung Weltlese, Band 9

Ausgabe Edition Büchergilde. Aus dem Französischen von N. O. Scarpi, neu überarbeitet von Rudi Schweikert, mit einem Vorwort von Walter Laqueur, fester Einband mit Schutzumschlag, 512 Seiten.

Aus dem F.

Preis für Mitglieder 19,95 €

Artikelnummer:
165457

Erschienen:
2012

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Inhalt

Die späten dreißiger Jahre in der Sowjetunion: Joseph Stalin und seine Gefolgsmänner begehen mit der Verfolgung, Verhaftung und Exekution der kommunistischen Genossen, die als mutmaßliche Gegner der stalinistischen Herrschaft eingestuft werden, dem Großen Terror, eines der größten Verbrechen des 20. Jahrhunderts. Hier setzt Serges Roman an und erzählt von Menschen, die diesem Zirkel der Willkür und Gewalt ausgeliefert waren.

Der junge Kostja aus Moskau gelangt in den Besitz eines Colts. Zufällig sieht er nachts Oberst Tulajew vom Zentralkomitee, mitverantwortlich für Massendeportationen und politische Säuberungen. Getrieben von dem Wunsch nach Gerechtigkeit fällt ein Schuss, Tulajew stirbt noch an Ort und Stelle. Kostja läuft durch den Schnee davon und entkommt, erleichtert und mit gutem Gewissen. Mit dieser Tat wird nun in dem repressionsgebeutelten Staat eine Lawine von Ereignissen ungeahnten Ausmaßes losgetreten. Das Zentralkomitee nutzt den Mord, um weitere unliebsame Funktionäre, Parteimitglieder und Genossen loszuwerden. Der Mord wird bald als „der Fall Tulajew“ im ganzen Land bekannt und zeigt als Reaktion eine sich ins Hysterische steigernde bürokratische Untersuchung, die sich bis in die tiefsten Provinzen ausweitet. Keiner ist seiner Funktion oder gar seines Lebens sicher, nicht einmal hochrangige Funktionäre

Pressestimmen

“Einer der großartigsten Romane des 20. Jhdts. Es gibt außergewöhnliche Passagen mit Schilderungen der Natur, so schön, dass sie jeder Beschreibung dessen, was in ihr passiert, spotten.”

The Guardian

“Absolut großartig, wie dieser Roman durch das Europa der 1930er Jahre, von den GULAGs zum Kreml, nach Paris und Barcelona fegt.”

The Times

“Serge ist fähig, die Reichweite der Erfahrungen und Reaktionen und die Beschaffenheit des Lebens sogar in dem alptraumhaftesten repressiven System zu erfassen.”

Scott McLemee

“Serge, der seinen Dostojewski gelesen hat, schildert in diesem Roman mitreißend den Alltag der Genossinnen und Genossen, die, wenn sie aus lauter Armut ein bisschen Butter auf dem Schwarzmarkt verkauften, gleich als „Spekulanten“ gebrandmarkt wurden. Der Umschlag von Humanismus in Terror ist literarisch selten besser verarbeitet worden. ”

taz

“Nicht leicht wegzulesen, aber ein höchst aufschlussreiches Barometer.”

BuchMarkt

“Wie groß die Ideale der revolutionären Anfangszeit waren und wie tief der Absturz in eine Realität, die deren völliges Gegenteil darstellte - das lässt Victor Serge noch einmal laut in unser postideologisches Zeithalter hinein nachhallen. ”

Deutschlandradio Kultur

“Herausgeber Ilja Trojanow hat (…) eines der wichtigsten antistalinistischen Bücher wiederentdeckt, das dem Vergleich mit weitaus bekannteren Werken (…) mühelos standhält.”

Münchner Merkur

“(...) mit [d]em in den vierziger Jahren entstandenen Spätwerk (…) hat die Edition Büchergilde Serges wohl besten und wichtigsten Roman neu aufgelegt. (…) ein literarischer ‚Genuss’ und eine herausragende zeitgenössische Auseinandersetzung mit dem stalinistischen Furor.”

GlobKult

“ Ein beklemmend realer Roman. ”

WIEN SPIEGEL

“ … [ein] beklemmende[r] Einblick in den unmittelbaren Säuberungsprozess, der den Leser von Zeile zu Zeile mehr in den Abgrund mit hinabzieht. Fesselnd düster.    ”

Stadtmagazin 07

“(...) Weil Die große Ernüchterung. Der Fall Tulajew unabhängig vom Thema ein grandios geschriebenes Buch ist. (...) Es ist Zeit, ihn nicht wieder zu vergessen; dieser Roman ist Weltliteratur – besser als Dostojewski.”

Münchner Abendzeitung

“(...) Das alles geschieht in einer Sprache, die an die großen Historienromane eines Victor Hugo erinnert. (...) Dass die Schilderungen so authentisch wirken, verdankt sich dem Wissen des Autors, der selbst nur knapp der stalinschen Säuberung entkam.”

Spiegel online

“Der Fall Tulajew, der 1948 postum erschienene Roman des Schriftstellers Victor Serge über die stalinistischen Säuberungen der dreißiger Jahre, ist eine sensationelle Wiederentdeckung. In einer erzählerischen Montageform, in der französische und russische Tradition sich gegenseitig ergänzen, hat das Buch für den unbeschreiblichen Terror eine zwingende moderne Form gefunden. ”

Neue Zürcher Zeitung

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