Titelbild: Die Bagage
Abbildung: Die Bagage Abbildung: Die Bagage Abbildung: Die Bagage Abbildung: Die Bagage
Bayerischer Buchpreis 2020 (Publikumspreis)

Geprägter fester Einband, farbiges Vorsatzpapier, Lesebändchen, Einbandgestaltung von Moni Port.

Preis für Mitglieder 19,00 €

Artikelnummer:
171910

Erschienen:
2020

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Inhalt

Berührend erzählt Monika Helfer die Geschichte ihrer eigenen Herkunft. Josef und Maria Moosbrugger leben mit ihren Kindern am Rand eines Bergdorfes. Sie sind die Abseitigen, die Armen, die Bagage. Es ist die Zeit des Ersten Weltkriegs, und Josef wird zur Armee eingezogen. Die Zeit, in der Maria und die Kinder allein zurückbleiben und abhängig werden vom Schutz des Bürgermeisters. Die Zeit, in der Georg aus Hannover in die Gegend kommt, der nicht nur hochdeutsch spricht und wunderschön ist. Und es ist die Zeit, in der Maria schwanger wird mit Grete, dem Kind der Familie, mit dem Josef nie ein Wort sprechen wird: der Mutter der Autorin.

Kommentare und Bewertungen
Bewertung

Kommentar von S.F. (30.07.2020)

„Ein anrührendes kleines Buch über eine Dynamik eines Dorfes und das Leben in scheren Zeiten. Tolle Sprache. Wirklich lohnend.”

Kommentar von Bruno Klimek (21.09.2020)

„Eher eine Petitesse und von der Literaturkritik überbewertet. Das Ungeheuerliche, dass ein Vater mit seinem Kind lebenslang nicht kommuniziert, weil er glaubt, es sei von einem Fremden gezeugt worden, findet keinen tieferen Nachhall in der literarischen Gestaltung. Das Buch klingt nicht nach. Kann man lesen. Muss man aber nicht.”

Kommentar von Elke (17.12.2020)

„Ein besonderer Erzählstil, der mir sehr gut gefällt und der meiner Meinung nach zu den vielen Fragezeichen und Familiengeheimnissen passt, die die Autorin beschreibt. Ich mag verschachtelte Erzählweisen sowieso. Die Autorin hat mich in jedem Fall richtig reinziehen können in ihre Familiengeschichte und hat mir eine gute Lesezeit beschert.”

Kommentar von Peter Schwab (15.01.2021)

„Ein schmales Bändchen über Neid und Eifersucht, Begehren und Treue. Das Glamour-Paar in einem abgelegenen Bergdorf wohnt im letzten Haus im hintersten Talwinkel. Er ein fescher und vor allem ein kluger und sauberer Kerl namens Josef, der die Fantasien der verheirateten Frauen im Dorf beflügelt. Sie DIE Dorfschönheit Maria, begehrt und begafft. Als der Erste Weltkrieg ausbricht, muss Josef in den Krieg und vertraut Frau und Familie dem Bürgermeister an. Damit macht er den Bock zum Gärtner, denn die besten Aufpasser des Harems waren einst Eunuchen ... Wie die vielen Kinder des Paares ihre Situation, die Armut und den Hunger, die Ausgeschlossenheit aus der Dorfgesellschaft und den Hass des Pfarrers erleben – das sind die vielen Wurzelstränge, die das Leben der Autorin noch bis in die Gegenwart festhalten. So prägt eine Lüge das Leben eines kleinen Kindes, aus dem einst die Mutter der Autorin wurde. Sehr sparsam erzählt Monika Helfer dieses Beziehungsgeflecht und schafft ein literarische Konzentrat, das auf 160 Seiten ein Universum der Not, des Zusammenhalts und Familiensinns entwirft – ohne Anschuldigung und deshalb so erschütternd. So schlicht, wie die Menschen im Dorf die Geschichte wohl erzählen würden, so schlicht ist die Sprache – und doch raffiniert. Bei jedem Wort riecht man förmlich die Landluft, sieht die Alpengipfel und spürt den kühlen Bergwind auf der Haut.”

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