Titelbild: Der Anthologist

Leinen, geprägt, 272 Seiten.

Aus dem Englischen von Uda Strätling und Matthias Göritz.

Preis für Mitglieder 7,90 € (früher: 16,90 €)

Artikelnummer:
163675

Erschienen:
2010

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Inhalt

Ein romantischer, komischer und äußerst geistreicher Roman über die Schönheit und die Verführungskunst der Poesie. Paul Chowder - der "Anthologist" - kommt nicht so richtig in die Gänge. Er ist ein Lyriker, der ab und zu mal ein Gedicht veröffentlicht hat und gerade an der Einleitung zu einer neuen Lyrik-Anthologie sitzt. Sein Erfolg hält sich bislang in Grenzen, seine Freundin Rosslyn hat ihn erst kürzlich verlassen, und gleichzeitig denkt er an die großen Dichter der Vergangenheit, die weitaus Schlimmeres erdulden mussten und sich daher zu Recht beklagen durften. Allerdings hat er angekündigt, eine Reihe von wunderbaren Geheimnissen, Tipps und Tricks über die Poesie zu verraten, und da sieht es so aus, als würde die Einleitung etwas länger werden, als er eigentlich gedacht hatte. Was sich nun entspinnt, ist eine außerordentlich unterhaltsame und faszinierende Liebesgeschichte über die Poesie: von Tennyson, Swinburne und Yeats bis zu den Modernen und der Redaktion des New Yorker. Was Paul Chowder uns zu erzählen hat, macht deutlich, wie unendlich wichtig Gedichte für unser Leben sind - das wird Paul selbst erst im Erzählen richtig klar. Das Ergebnis ist ein romantischer, komischer und äußerst geistreicher Roman.

Kommentare und Bewertungen
Bewertung

Kommentar von Jochen Striewisch (17.07.2020)

„„Die Natur steckt überhaupt voller Reime.“ (S. 83) Beim Blick auf das Originalcover (mir liegt die gelungenere Ausgabe der Büchergilde Gutenberg vor) von „Der Anthologist“ von Nicholas Baker, wird die geneigte Leserschaft einen verwunderten Blick aufsetzen und sich fragen „Was hat eine Pflaume mit Poesie zu tun?“ Nun, Paul Chowder, seines Zeichens Protagonist und Ich-Erzähler nennt so „…ein Gedicht, das sich nicht reimt: eine Pflaume. Wir, die wir unsere nichtreimenden Pflaumen verfassen und vorlegen, sind keine Poeten, wir sind Pflaumen. Oder Pflaumer.“ (S. 77) Paul Chowder ist ein relativ erfolgloser Lyriker, der gerade von seiner Freundin verlassen wurde und eine Einleitung zu einer neuen Anthologie schreiben soll. Das will ihm nicht so recht gelingen. Er „unterrichtet“ die Leser*innen lieber über die Betonung von Gedichten, erklärt uns seine Abneigung gegen Haikus…Währenddessen lässt er uns teilhaben an seinen Gedanken, seinen Sorgen, seinen kleineren Unfällen im Haushalt - aber auch von den kleinen Freuden des Lebens, die er immer (oder vielfach) im Lesen von Gedichten findet. Dass er dabei nicht „aus seiner Haut“ (der des Poeten) kann, mag die Leserschaft an Sätzen wie „Jeder Einsilber ist ein dickes, kantiges Stück Butter, das zerlassen und in den Teekuchen der Zeile gebacken wird.“ (S. 197) erkennen. Das Ganze ist nicht sonderlich spektakulär, verliert sich auch an der ein oder anderen Stelle in Geschwafel sprich ins Theoretische, weckt aber die Lust auf die großen Poeten wie T. S. Eliot, Edgar Allen Poe, John Keats und wie sie alle heißen. Eine Übersicht der zitierten und verwendeten Gedichte findet sich im Anhang. Ob Paul Chowder seine Einleitung schreibt, ob er seine Freundin zurück bekommt – nun, all das verrate ich an dieser Stelle nicht . Nach einigen Büchern mit viel Mord und Totschlag war es in jedem Fall eine gelungene Abwechslung, bei der ich des Öfteren herzlich grinsen und lachen musste, weswegen ich gute 4* und eine Leseempfehlung ausspreche. ©kingofmusic”

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