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Artikelnummer:
293809

Erschienen:
2015

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Inhalt

Kaum eine Musikrichtung hatte Ende der 70er/Anfang der 80er Jahre die musikalische Nation so sehr gespalten wie die Neue Deutsche Welle. Für die einen zu schräg oder zu abgefahren, für die anderen der Aufbruch zu neuen musikalischen Ufern, ein belebender Aspekt in der dümpelnden Musiklandschaft oder ein Energie-Stoß für eine gesamte Branche, und für wieder andere einfach nur zu albern oder übelster Kommerz. Die Neue Deutsche Welle war bis Anfang der 80er eine authentische Untergrundbewegung, deren Ursprünge direkt in der britischen Punk- und New Wave-Bewegung lagen. Was Mitte der 80er in seichten Schlagerpop überging, hatte mal als Aufstand gegen eine erstarrte Musikwelt begonnen, als Gegenwehr gegen die schwerfällige internationale Popmusik. Die Neue Deutsche Welle war das „einzige nennenswerte Pop-Ereignis in Deutschlands populärer Musik seit dem Zweiten Weltkrieg“ (Thomas Schwebel/Fehlfarben). Daraus wuchs eine Independent-Szene, die noch heute einen Marktanteil von ca. 20 % hat und die sich weit über 30 Jahre gegen die Major-Labels behaupten kann. Aber es gab wohl auch kaum eine Musik-Szene, deren Start von der Musikindustrie verschlafen, anfangs bekämpft, dann blitzartig übernommen, so brutal-rücksichtslos vermarktet und so schnell eiskalt wieder fallen gelassen wurde. Keine Musikrichtung war vor dem Etikett NDW sicher, alles wurde eingemeindet und mit dem Etikett Neue Deutsche Welle versehen.

 

Die Neue Deutsche Welle brachte furchtbare Songs hervor, die äußerst ernst gemeint waren, furchtbar belanglose Stücke, die nicht so ernst gemeint waren, extrem gute Titel, die auch so gemeint waren und Songs, die die Zeit überdauert haben und die heute als echte Klassiker gelten. Die Bezeichnung Neue Deutsche Welle bezeichnete die (fast ausschließlich) deutschsprachige Variante des Punkrock und der New Wave, die ab der zweiten Hälfte der 70er die internationale Rockmusikszene umkrempelte. Zwar war die NDW zum Ende der ersten Hälfte der 80er vorbei, hatte aber den Boden für deutsch singende Nicht-NDW-Musiker bereitet, die es in der Zeit danach sehr viel leichter hatten, sich kommerziell zu etablieren. Niemand weiß, wie groß der Erfolg von den Toten Hosen, den Ärzten, BAP, Herbert Grönemeyer oder ein Comeback von Udo Lindenberg ausgefallen wäre, wenn die Neue Deutsche Welle nicht viele Grenzen niedergerissen hätte. Diese musikalische Vielfalt aus den Jahren 1977 bis 1984 versucht diese vierteilige CD-Serie so umfänglich wie möglich abzubilden – eine kurzlebige Welt zwischen Aufbruch, Kunst-Musik und industrieller Massenproduktion.

Tracklist

Berlin By Night

Kriminalpogo

Liebe im Funkhaus

Dispofunk

Wissenswertes über Erlangen

Erwin, das tanzende Messer

Rote Lichter

Hiroshima

Unter Palmen

Klassenfahrt zum Titisee

Weil i di mog

Ba-Ba-Banküberfall

Schön sind wir sowieso

I! trifft die Grapellis

Kalt wie Eis

Ich bau' dir ein Schloss

Komm mit mir

Up'n Land

Taxi nach Paris

Nur geträumt

Rosemarie

Heut' Nacht

Wahre Arbeit, wahrer Lohn

Es lebe die Lebendigkeit

Codo (....düse im Sauseschritt)

Kommentare und Bewertungen
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Kommentar von hase (27.05.2016)

„ja, danke für so schöne klare eindeutige Worte, die viel öffnen bzw erstrahlen”

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