Deutsche Erstübersetzung Shortlist Man Booker Prize und Commonwealth Writers Prize Weltlese, Band 7

Aus dem Englischen von Susann Urban, geprägter fester Einband mit verkürztem Schutzumschlag, Lesebändchen, Umschlaggestaltung von Thomas Pradel, 510 Seiten.

Aus dem E.

Artikelnummer:
164426

Erschienen:
2011

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Inhalt

„Früher war ich ein Mensch. Erzählt man mir. Ich erinnere mich selbst nicht daran, aber Leute, die mich kannten, als ich klein war, sagen, ich ging auf zwei Beinen wie ein Mensch. (...) Die Welt der Menschen ist dazu gedacht, in Augenhöhe betrachtet zu werden. Deiner Augen. Hebe ich meinen Kopf, starre ich jemandem auf den Schritt. (...) Ich sei früher aufrecht gegangen, sagt Ma Franci, warum soll sie lügen? Nicht, dass mich das tröstet. Ist es nett, einen Blinden daran zu erinnern, dass er mal sehen konnte?“
Dies sind drei tongebende Sätze der Hauptfigur und des Ich-Erzählers aus dem ersten Kapitel. Animal, so genannt, weil er sich nur auf allen Vieren fortbewegen kann, ist ein 19-jähriges verkrüppeltes Opfer des Unglücks von Bhopal. Er lehnt Mitleid ab, flucht wie ein Seemann, und giert nach körperlicher Zuwendung. Animal spricht seine Geschichte auf Tonkassetten eines Journalisten, und er redet, wie ihm der Schnabel gewachsen ist: die Sprache der Straße; bei Animal ein charmanter Mix aus Hindi, Englisch und Französisch. Als eine junge amerikanische Ärztin eine Klinik für die Opfer der Chemiekatastrophe eröffnet, wird Animal zu ihr geschickt, um herauszufinden, auf welcher Seite sie steht. Ein Netz von Intrigen und Verdächtigungen treibt die Handlung voran, bis zu ihrem dramatischen Ende. Eine Reihe von bemerkenswerten Figuren, etwa die köstlich schräge französische Nonne Ma Franci, die das Findelkind Animal aufgezogen hat, oder Chunaram, windiger Vermittler und Teeladenbesitzer, werden mit wenigen Strichen meisterhaft zum Leben erweckt. Die Geschichte bleibt trotz aller Leiden und Schrecken stets anrührend. Sinha balanciert zwischen Komödie und Tragödie und bringt seinen Figuren stets Respekt und Zuneigung entgegen. In einer aus den Fugen geratenen Welt ergibt nur noch die groteske Übertreibung einen Sinn. Ein sehr bewegender Roman.

Der fiktive Schauplatz des Romans ist die Stadt Khaufpur. Indra Sinha hat zur Orientierung eine eigene Website dazu ins Netz gestellt.

Pressestimmen

“Von der ersten Zeile an springt die Stimme von Animal, dem Erzähler aus Indra Sinha`s lebendigem Roman, aus diesem heraus und greift einem an die Gurgel. Derb, respektlos und klug… Menschentier - zu einem Teil coming-of-age Bildungsroman, zum anderen Teil harsche Kritik am Konzernterrorismus - ist eine mutige und ausdrucksstarke Geschichte.”

Lucy Beresfoford, New Statesman

“Sinhas Schreibstil ist ein Schwert, das im Mondlicht schimmert. Und der Roman, trotz all des Schmerzes, ist ein Werk tiefgründiger Menschlichkeit.”

Kamila Shamsie, The Guardian

“Eine außergewöhnliche Leistung (…). Dennoch, trotz aller oberflächlichen Obszönitäten, vermischt Menschentier Gefühl mit Wildheit (…). Es sollte eine neue Generation dazu bewegen, etwas über den schmutzigsten Mord eines Konzerns in der modernen Geschichte zu erfahren.”

Boyd Tonkin, The Independent

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