Titelbild: Herr der Krähen
Abbildung: Herr der Krähen Abbildung: Herr der Krähen
Platz 1 der litprom-Bestenliste Weltempfänger 12/2011

Leinen, geprägt, Mit einem Beileger mit den Hauptfiguren, 944 Seiten.

Aus dem Englischen von Thomas Brückner.

Preis für Mitglieder 14,90 € (früher: 24,95 €)

Artikelnummer:
165104

Erschienen:
2012

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Inhalt

Die „Freie Republik“ Aburiria, ein gigantisches Bauvorhaben namens „Marching to Heaven“, der Prototyp eines afrikanischen Despoten – „Seine Allmächtige Vortrefflichkeit“ – mit machtergebenen Ministern, eine landesweite Warteschlangen-Epidemie und nicht zuletzt die plötzlich auftretende, rätselhafte Krankheit des Herrschers – es sind keine geringen Probleme, mit denen sich Kamiti alias „Herr der Krähen“ herumschlagen muss …
Eine großartige Satire über Afrika und den Westen in einer globalisierten Welt.
Ausgangspunkt dieses geistreichen satirischen Romans ist das gigantische Bauvorhaben „Marching to Heaven“, ein moderner Turmbau zu Babel, das dem despotischen Herrscher der fiktiven Freien Republik Aburiria Weltgeltung verschaffen und ein monumentales Denkmal setzen soll.
Der Herrscher ist umgeben von persönlichen Beratern, allen voran den Ministern Machokali und Sikiokuu, die ständig darum bemüht sind, dem gottgleichen Herrscher ihre Ergebenheit zu beweisen und sich eine vorteilhafte Position zu sichern. Das Bauprojekt „Marching to Heaven“ jedoch kann nur mit einem Kredit der Global Bank in New York realisiert werden.
Als Titus Tajirika zum ersten Vorsitzenden des Baukomitees für „Marching to Heaven“ ernannt wird, bilden sich vor dessen Büro zwei endlose Warteschlangen – eine aus denjenigen, die auch ein Stück vom Kuchen abbekommen wollen (indem sie Umschläge voller Bargeld zurücklassen), und eine, die sich aus den zahllosen Arbeitslosen des Landes speist. Diese Menschenschlangen entwickeln sich bald zu einer landesweiten Epidemie.
Während der Herrscher und sein Außenminister Machokali in die USA reisen, um positiv auf die Vertreter der Global Bank einzuwirken, gerät Tajirika ins Blickfeld von Staatsminister Sikiokuu. Die Delegation in New York hingegen sieht sich einer plötzlich auftretenden, rätselhaften Krankheit des Herrschers gegenüber. Hoffnung verspricht allein der unfreiwillig zu Ruhm und Ansehen aufgestiegene „Herr der Krähen“ – ein Zauberer, Heiler und Wahrsager… Herr der Krähen ist eine lebendige, ausdrucksstarke Satire über den Prototyp des afrikanischen Despoten, die mit tiefgründigem Humor die Lebensbedingungen in einer zunehmend globalisierten Welt thematisiert. Ngugi wa Thiong’o gelingt mit diesem Roman eine umfassende Parabel auf die sozialen, politischen und kulturellen Verhältnisse auf dem afrikanischen Kontinent und dessen Beziehung zum Westen.

Pressestimmen

“Herr der Krähen ist der ebenso ehrgeizige wie souverän gelungene Versuch, den Afrikaroman des 21. Jahrhunderts zu schreiben. ”

Sigrid Löffler

“Warum sich einlassen auf fast 1000 Seiten? Weil dieser Roman ein literarisches Meisterwerk ist, eingebettet in die reichen Nuancen afrikanischer mündlicher Erzähltradition – real wie vergossenes Blut und ein mythischer Tanz von großer Ausdruckskraft. ”

The Seattle Times

“Herr der Krähen ist Ngugi wa Thiong'os opus magnum. Ein Universalepos von fast tausend Seiten. Ein Roman, der nicht weniger ist als eine ebenso umfassende wie narrativ verästelte Parabel der Situation Schwarzafrikas, seiner Geschichte und Gegenwart, seines kulturellen, gesellschaftlichen und politischen Schicksals. Kurzum: ein Roman, der aufs Ganze zielt. Man könnte ihn, was die monumentale Anstrengung und historische Bedeutung des Romans betrifft, vielleicht neben »Hundert Jahre Einsamkeit« von Gabriel Garcia Marquez aus dem Jahr 1967 einordnen, oder, um ein Beispiel neueren Datums zu nehmen, neben »Unendlicher Spaß« von David Foster Wallace von 1996. Das heißt, in die Reihe jener Bücher der Weltliteratur, in denen sich das Bewusstsein eines ganzen Kontinents oder das Nervensystem einer ganzen Epoche verdichtet ... Nach den ersten zwanzig von diesen tausend Seiten sind philologische Selbstzweifel verschwunden. Man steckt mitten in der Lektüre einer Satire von hohen Gnaden und wartet nur noch auf den nächsten irren Einfall ... Ngugi wa Thiong'o transportiert ohne den Effekt falscher Naivität die afrikanische Tradition literarischer Mündlichkeit ins Zentrum aktueller Tagesnachrichten. Denn sein Roman ist, wenn auch geformt als fantastische Parabel, eine Operation am offenen Herzen von Weltwirtschaft und Weltpolitik. ”

Ursula März, DIE ZEIT

“So opulent liegt es da, dieses Buch, so schwer ... Fast 1.000 Seiten - wie lange wird man dafür wohl brauchen? Doch dann, nach nur wenigen Zeilen, erlebt man ein seltenes Glück. Man mag nicht mehr aufhören zu lesen, wird neugieriger und neugieriger und beginnt zu schmunzeln, gar laut zu lachen, so umwerfend komisch sind die Figuren, die Szenen und dieser ganze Kosmos, der sich nach und nach entfaltet. Und dieses Vergnügen will gar nicht mehr aufhören, es zieht sich durch bis zum Schluss … ”

Süddeutsche Zeitung

“Ich war unvorsichtig, habe im monumentalen Roman von Ngugi wa Thiong'o zu blättern begonnen und nach 20 Seiten flüchtiger Lektüre gewusst, dass ich meinen privaten Zweiwochenplan vergessen konnte. Denn "Herr der Krähen" ist eines der witzigsten Bücher, das ich kenne, ein hoch komisches Werk, das von der ersten bis zur letzten Seite mit so aberwitzigen Einfällen gespickt ist, dass ich im stillen Lesen immer wieder von einem lauten Lachen, meinem eigenen, gestört wurde. In der Gegenwartsliteratur gibt es nicht viel zu lachen, beim Opus magnum des 1938 in Kenia geborenen Autors aber ist es angebracht, nein unausweichlich, in das große Gelächter einzustimmen, mit dem er die weißen und die schwarzen Schurken wenigstens für die Dauer seines Romans in die Flucht schlägt. ”

Die Presse

“Herr der Krähen ist der ebenso ehrgeizige wie souverän gelungene Versuch, den Afrikaroman des 21. Jahrhunderts zu schreiben - als monumentale, im Bachtinschen Sinne karnevalesk überdrehte, subversive und abstrafende Satire. Das Werk ist ein Diktatorenroman, durchaus vergleichbar mit den großen lateinamerikanischen Diktatorenromanen von García Márquez bis Vargas Llosa, changierend zwischen Magischem Realismus und Groteske. Ngugi arbeitet mit den Übertreibungs- und Verzerrungsmitteln der Farce und der Satire, um am Beispiel eines fiktiven Staates die systemischen Fehler afrikanischer Staaten zur Kenntlichkeit zu entstellen und den Typus des afrikanischen Gewaltherrschers zwischen Groteske, Grausamkeit und Größenwahn durchzudeklinieren. Modelle standen ihm reichlich zur Verfügung - von Mobutu über arap Moi bis Idi Amin. ”

rbb Kulturradio

“Ein wunderbares Hauptwerk eines großartigen Schriftstellers. So etwas gibt es nicht oft. ”

HR 2

“Ein fulminantes Epos, ein Märchen von der Wirklichkeit, eine Satire auf Diktatoren im fiktiven Staat Aburiria. Eine Burleske auf politische Eliten, Gewalt, Korruption, Arm und Reich und die ganze Misere des geschundenen Afrika; geschrieben nicht in der Sprache der einstigen Kolonisatoren, sondern in Gikuyu; ohne Happy End, aber mit Hoffnung, gewitzt, intelligent und poetisch.”

Jury der Weltempfänger-Bestenliste

“Ein großartiges, faszinierendes Epos, vermutlich die ruhmreiche Krönung von Ngugis Lebenswerk ... Er hat die Macht des Erzählens in eine Waffe gegen den Totalitarismus verwandelt. ”

The Washington Post

“Warum sich einlassen auf fast 1.000 Seiten? Weil dieser Roman ein literarisches Meisterwerk ist, eingebettet in die reichen Nuancen afrikanischer mündlicher Erzähltradition – real wie vergossenes Blut und ein mythischer Tanz von großer Ausdruckskraft. ”

The Seattle Times

“Herr der Krähen jagt mit dem Tempo lebendiger traditioneller Erzählkunst dahin… Ngugi hat die Kunst einer radikal einfachen Darstellung von scharf definierten Konflikten perfektioniert, die paradoxerweise weniger vereinfachend wirkt als manch vorgeblich nuancierte Einlassung über Afrika von Historikern oder politischen Analysten. Der Roman ist sowohl eine epische Burleske über einen kranken, schwerfälligen Staat als auch ein Lobgesang auf die mannigfaltigen Formen afrikanischer Widerstandsfähigkeit. Die phantasmagorische Sage über Aburiria ist wohl einer der klarsten Blicke auf Afrika, die wir derzeit bekommen können. ”

Bookforum

“Dieser Roman ist atemlos, episch und voller Anspielungen. Ngugi wa Thiong’o hat sich den Raum dafür geschaffen, große Themen anzugehen und zu untersuchen, was politische Unterdrückung und Korruption ausmacht. ”

The Scotsman

“»Herr der Krähen« ist außerordentlich geistreich und suhlt sich nicht im Leiden an den Bedingungen, die die örtlichen (Ohn-)Machthaber verursachen, wie es so viele andere Bücher über ähnliche Umstände tun. Es zeigt auch nicht mit dem Finger auf eine einzige Ursache: Ngugi verteilt seine Urteile recht großzügig über den Roman und erfasst damit die tägliche Gier ebenso wie die westliche Bevormundung. Und jede Menge Optimismus verteilt er auch: Es gibt keine einfachen Antworten und kein Happy End, aber es gibt immer Hoffnung.Und ja, tatsächlich, es ist ein äußerst komisches Buch. ”

The complete Review

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