Die schönsten deutschen Bücher 2016

Farbig, fester Einband, bedruckt, mit einem Nachwort von Jakob Hinrichs, 176 Seiten.

Artikelnummer:
168340

Erschienen:
2016

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Inhalt

1944 verfasste Hans Fallada im Gefängnis den Roman der Der Trinker, einen seiner persönlichsten Texte. Nach einem mutmaßlichen Totschlagversuch an seiner Frau war er als nicht zurechnungsfähig inhaftiert worden. In dem Roman hat er nicht nur die eigenen Erfahrungen mit seiner Morphium- und Alkoholsucht verarbeitet, er ist auch eine Auseinandersetzung mit seinen eigenen Krisen und Demütigungen.

Der Trinker ist die Geschichte vom Untergang des Kleinbürgers Erwin Sommer, der in einer Lebenskrise dem Alkohol verfällt und in der Folge seine Ehe und Existenz zerstört. Der Illustrator Jakob Hinrichs erzählt sie in enger Beziehung zu Falladas Biografie. So wird neben dem erschütternden Psychogramm des alkoholkranken Sommer auch die berührende Lebensgeschichte Falladas nachgezeichnet. 

Hinrichs Umsetzung schöpft die Möglichkeiten des Mediums Graphic Novel in allen Facetten aus − ein intellektueller Zugriff eines graphischen Erzählers auf Autor und Text: detailreich und intelligent in rauschhaften Bildern verarbeitet. 

Pressestimmen

“Ein wunderbar verstörendes Buch, in dem sich der Kampf des Menschen gegen die Sucht aufs Neue entfacht. Hinrichs gelingt es, die abwärts führende Spirale der Existenz gekonnt einzufangen und Falladas unter dramatischen Umständen verfasstes Spätwerk gebührend zu würdigen.”

tip Berlin

“Hinrichs macht deutlich, wieso Leben und Werk von Fallada verschränkt sind. […] Das Ganze setzt er in Bilder von denen jedes einzelne eigentlich auch ein kleines Kunstwerk ist.”

RBB Kulturradio

Kommentare und Bewertungen
Bewertung

Kommentar von MaggyGray (26.03.2017)

„Der Zeichner Jakob Hinrichs verwebt in dieser Graphic Novel drei Erzählstränge - die von Hans Fallada, von Rudolf Ditzen und von Erwin Sommer - wobei Fallada und Ditzen ein und die selbe Person sind (was ich vorher nicht wusste), während Erwin Sommer die Hauptfigur aus Falladas "Der Trinker" ist. Beide Biographien ähneln sich stark. Der gesamte Comic kommt nur mit vier Farben aus - rot, gelb, schwarz und blau - und was daraus gemacht wurde, ist schon aussergewöhnlich. Die Zeichnungen sind teilweise wild (expressionistisch, laut Nachwort), teilweise sehr graphisch, teilweise aber auch sehr "modern". Beeindruckend waren auch die vielen, teilweise versteckten, Details in den einzelnen Bildern, die sich erst im weiteren Verlauf der Geschehnisse erschließen. So begegnet ganz am Anfang Erwin Sommer einem extrem nervösen und fahrigen Mann in desolatem Zustand, der an einer Straßenlaterne ungeduldig auf etwas zu warten scheint. Erst als Dr. Mansfeld in einer Akte, die er "Patient: Hans Fallada - Sachlicher Bericht über das Glück ein Morphinist zu sein", nennt, und in der er bzw. Fallada - denn dieser Bericht stammt in der "Realität" von ihm - den morphiumsüchtigen Zustand von Hans und Wolf beschreibt, entdeckt der Leser den auf Entzug seienden Wolf, wie er, am Ende, an einer Laterne auf Hans wartet, um gemeinsam Morphium zu besorgen. Dieser Abschnitt im Buch ist einer der besten! Die Art und Weise, wie Hinrichs hier den Verfall eines Süchtigen zeichnet, ist einfach grandios! Man leidet regelrecht mit. Man hofft auch von Seite zu Seite mehr, dass der unausweichliche Untergang doch nicht stattfindet, denn Fallada im Gefängnis wird als sich sorgender und liebender Vater dargestellt, sodass man zwischen Mitleid und Unverständnis hin- und herschwankt. Gegen Ende vermischen sich dann die Lebenswege von Fallada und Sommer immer mehr, bevor es dann auf den letzten Seiten schwierig wird, zwischen Traum und Wirklichkeit zu unterscheiden. Das ist eines der wenigen Bücher, welches ich nach dem Auslesen sofort nochmal durchgeschmökert habe. Man kann sich an den Bildern kaum satt sehen. Eine klare Leseempfehlung von mir!!”

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