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Kommentar von Jochen Striewisch | 03.06.2022

Präzise formulierter Klassiker

„Sieger machen keine Erfahrung. Eine Erfahrung macht man nur als Verlierer.“ (Martin Walser)

Es war mal wieder Zeit für einen „Klassiker“. Und das Stefan Zweig´s „Schachnovelle“ dazugehört – nun, dass zweifle ich nach den 112 Seiten der neuen „Penguin Edition“ aus dem Penguin-Verlag (inklusive einem ausführlichen und überaus interessanten Nachwort von Jeffrey B. Berlin) nicht mehr an.

Zu schnell war ich fasziniert von der einfachen, präzisen aber auch bildhaften Sprache von Stefan Zweig, mit der er seine (Haupt-)Charakter Mirko Czentovic und Dr. B. einführt und der geneigten Leserschaft nicht nur eine Lehrstunde in brillanter Charakterstudie bietet, sondern auch die Perfidität des nationalsozialistischen Regimes anhand der Isolationshaft von Dr. B. vor Augen führt.

Auch wenn es dem Titel nach um Schach geht: man muss kein ausgewiesener Experte sein, um die direkten Bezüge nachvollziehen zu können (obwohl es auch nicht schadet, sich zumindest mit den Grundzügen auszukennen *g*).

Wichtiger sind eigentlich wie erwähnt die Charaktere Czentovic und Dr. B. – der eine (Czentovic) als unnahbarer, schweigsamer Schachweltmeister, der andere (Dr. B.) an einer „Schachvergiftung“ leidend, die er sich in der Isolationshaft (durch Zufall?) eingefangen hat und der sich schwört, nie wieder Schach zu spielen. Doch dann…

Das alles ist große Literatur in wenigen, dafür aber umso präziseren und nachhaltig wirkenden Worten und Sätzen. Bedeutet: ich heiße „Schachnovelle“ auf meiner Liste der Alltime-Faves herzlich willkommen!

5* und die dazu gehörende glasklare Leseempfehlung!

©kingofmusic

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