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Kommentar von Frank Böhmert | 08.07.2011

Junge, konnte Borges schreiben! Auf ein, zwei Dutzend Seiten schafft er eine Eindringlichkeit, die manchmal richtig atemberaubend ist. Als würde man aus einem engen Flur ins Freie treten und sich auf einem Bergplateau wiederfinden. Meine Lieblingsgeschichte ist die der unendlichen Bibliothek von Babel, die den ganzen Kosmos ausfüllt. Ein sechseckiger Raum neben und über dem anderen, um Luftschächte/Treppenhäuser herum gruppiert, die endlos nach oben und unten reichen, und in die verstorbene Bibliothekare geworfen werden, um im ewigen Fall zu mumifizieren ... zwischen Milliarden gleich aussehender Bücher, die zufällige Buchstabenfolgen enthalten und also auch sämtliche Werke der Weltliteratur sämtlicher Welten ... Davon habe ich Wochen nach der Lektüre geträumt. Schade ist, dass über die Hälfte des Buches nicht von Borges ist, sondern nur von seiner Person handelt; da hätte ich mir eindeutig mehr dieser Geschichten gewünscht! Sehr schön, dass ausgerechnet der Band des Herausgebers den ersten Höhepunkt setzt.

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