Produkt bewerten

Bewertung
Bewertung:

Kommentar von Nebbich | 09.12.2019

Na das klingt ja schön reißerisch bei Ihnen: "Auch in der 1962 rekonstruierten Fassung fehlen Passagen des Originaltexts, offenbar widersprachen sie den Vorgaben in der DDR."

Jens Bisky hingegen schreibt zum aktuellen Gustav-Buch: "...aber Falladas Roman blieb präsent, jedoch ohne „Nazi-Schwanz“, wie der Autor sein neues Ende nannte. Es fehlte in einer zu Tode lektorierten Neuausgabe, die in den Fünfzigern in der Bundesrepublik erschien. Es fehlte auch in der sorgsam lektorierten Ausgabe, die Günter Caspar für den Ost-Berliner Aufbau-Verlag erarbeitete, wo sie 1962 erschien." – was ja schon wesentlich differenzierter als Ihre Beschreibung klingt – und dann gab’s ja auch noch diesen ’50er-Jahre-Film, für den ja wohl recht großzügig zensiert, äh gekürzt wurde. Aber das waren wahrscheinlich keine politischen Gründe...

Bewertung:

Kommentar von Martin Drees | 11.04.2020

Wer den Eisernen Gustav auf das vergleichsweise unbedeutende Kapitel der Droschkenfahrt nach Paris reduziert, wird diesem fantastischen Werk Falladas nicht gerecht. Verpackt in eine spannende Familiengeschichte zeichnet Fallada ein differenziertes Bild der deutschen Gesellschaft vom wilhelminischen Militarismus bis zu den Widersprüchen der Weimarer Republik. Zahlreiche biografische Elemente vermitteln einen tiefen Einblick in das Leben des Autors und seiner Zeit. Viele Passagen lassen zudem den Leser über Parallelen zur heutigen Zeit staunen. Unbedingt lesenswert!

Bewertung:

Kommentar von khs | 09.10.2020

Wer Fallada liebt und schätzt, kommt nicht um den Gustav rum. Ein unglaubliches Werk. Tiefgründig, sensibel, witzig und auch traurig. Einfühlsame Charaktere. Ein Dokument der Zeitgeschichte.

Bewertung:

Kommentar von Peter Schwenzer | 02.01.2021

Der Roman vermittelt sehr gut das Leben in den letzten Jahren des Kaiserreichs, die Probleme des wirtschaftlichen Wandels (hier von der Droschke zum Automobil), den Generationenkonflikt, eine Welt, die man heute kaum noch nachempfinden kann, deren Wandel aber vergleichbar ist mit heute. Wie auch in "Ein Mann will hinauf" oder "Kleiner Mann, was nun?" versteht es Fallada, den Leser in seine Welt eintauchen zu lassen. Er zeigt die Probleme, denen sich die normalen Menschen in jener Zeit ausgesetzt sahen. Vor allem ist es eine Welt, die heute wegzensiert und tabuisiert wird, denn sie paßt nicht in das falsche Bild der deutschen Geschichte, die man durch Geschichtsklitterung umzuschreiben trachtet. Schon deshalb ist das Werk Falladas vor allem den neuen Generationen zu empfehlen, die so gar keine Vorstellung von jenen Zeiten haben. Man erkennt auch, daß Revolution oder Umsturz nur Unheil bringen. Leider gibt es heute zu viele junge Politiker, die meinen, alte Fehler wieder von Neuem machen zu müssen.

Ihre Bewertung
Bitte bewerten Sie über die Anzahl der vergebenen Buchpressen:

Bitte geben Sie eine Bewertung ab.