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Kommentar von Jochen Striewisch | 17.07.2020

„Die Natur steckt überhaupt voller Reime.“ (S. 83)
Beim Blick auf das Originalcover (mir liegt die gelungenere Ausgabe der Büchergilde Gutenberg vor) von „Der Anthologist“ von Nicholas Baker, wird die geneigte Leserschaft einen verwunderten Blick aufsetzen und sich fragen „Was hat eine Pflaume mit Poesie zu tun?“ Nun, Paul Chowder, seines Zeichens Protagonist und Ich-Erzähler nennt so „…ein Gedicht, das sich nicht reimt: eine Pflaume. Wir, die wir unsere nichtreimenden Pflaumen verfassen und vorlegen, sind keine Poeten, wir sind Pflaumen. Oder Pflaumer.“ (S. 77)
Paul Chowder ist ein relativ erfolgloser Lyriker, der gerade von seiner Freundin verlassen wurde und eine Einleitung zu einer neuen Anthologie schreiben soll. Das will ihm nicht so recht gelingen. Er „unterrichtet“ die Leser*innen lieber über die Betonung von Gedichten, erklärt uns seine Abneigung gegen Haikus…Währenddessen lässt er uns teilhaben an seinen Gedanken, seinen Sorgen, seinen kleineren Unfällen im Haushalt - aber auch von den kleinen Freuden des Lebens, die er immer (oder vielfach) im Lesen von Gedichten findet.
Dass er dabei nicht „aus seiner Haut“ (der des Poeten) kann, mag die Leserschaft an Sätzen wie „Jeder Einsilber ist ein dickes, kantiges Stück Butter, das zerlassen und in den Teekuchen der Zeile gebacken wird.“ (S. 197) erkennen.
Das Ganze ist nicht sonderlich spektakulär, verliert sich auch an der ein oder anderen Stelle in Geschwafel sprich ins Theoretische, weckt aber die Lust auf die großen Poeten wie T. S. Eliot, Edgar Allen Poe, John Keats und wie sie alle heißen. Eine Übersicht der zitierten und verwendeten Gedichte findet sich im Anhang.
Ob Paul Chowder seine Einleitung schreibt, ob er seine Freundin zurück bekommt – nun, all das verrate ich an dieser Stelle nicht .
Nach einigen Büchern mit viel Mord und Totschlag war es in jedem Fall eine gelungene Abwechslung, bei der ich des Öfteren herzlich grinsen und lachen musste, weswegen ich gute 4* und eine Leseempfehlung ausspreche.
©kingofmusic

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„Die Natur steckt überhaupt voller Reime.“ (S. 83)
Beim Blick auf das Originalcover (mir liegt die gelungenere Ausgabe der Büchergilde Gutenberg vor) von „Der Anthologist“ von Nicholas Baker, wird die geneigte Leserschaft einen verwunderten Blick aufsetzen und sich fragen „Was hat eine Pflaume mit Poesie zu tun?“ Nun, Paul Chowder, seines Zeichens Protagonist und Ich-Erzähler nennt so „…ein Gedicht, das sich nicht reimt: eine Pflaume. Wir, die wir unsere nichtreimenden Pflaumen verfassen und vorlegen, sind keine Poeten, wir sind Pflaumen. Oder Pflaumer.“ (S. 77)
Paul Chowder ist ein relativ erfolgloser Lyriker, der gerade von seiner Freundin verlassen wurde und eine Einleitung zu einer neuen Anthologie schreiben soll. Das will ihm nicht so recht gelingen. Er „unterrichtet“ die Leser*innen lieber über die Betonung von Gedichten, erklärt uns seine Abneigung gegen Haikus…Währenddessen lässt er uns teilhaben an seinen Gedanken, seinen Sorgen, seinen kleineren Unfällen im Haushalt - aber auch von den kleinen Freuden des Lebens, die er immer (oder vielfach) im Lesen von Gedichten findet.
Dass er dabei nicht „aus seiner Haut“ (der des Poeten) kann, mag die Leserschaft an Sätzen wie „Jeder Einsilber ist ein dickes, kantiges Stück Butter, das zerlassen und in den Teekuchen der Zeile gebacken wird.“ (S. 197) erkennen.
Das Ganze ist nicht sonderlich spektakulär, verliert sich auch an der ein oder anderen Stelle in Geschwafel sprich ins Theoretische, weckt aber die Lust auf die großen Poeten wie T. S. Eliot, Edgar Allen Poe, John Keats und wie sie alle heißen. Eine Übersicht der zitierten und verwendeten Gedichte findet sich im Anhang.
Ob Paul Chowder seine Einleitung schreibt, ob er seine Freundin zurück bekommt – nun, all das verrate ich an dieser Stelle nicht .
Nach einigen Büchern mit viel Mord und Totschlag war es in jedem Fall eine gelungene Abwechslung, bei der ich des Öfteren herzlich grinsen und lachen musste, weswegen ich gute 4* und eine Leseempfehlung ausspreche.
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