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11 grosse Stimmen aus Angola, Kap Verde und Mosambik besingen auf Luso Noir verschiedene Formen der Saudade, einer von den portugiesischen Eroberern hinterlassenen, spezifischen Form des Weltschmerzes, die sich mit „Traurigkeit“, „Wehmut“, „Sehnsucht“ oder „sanfte Melancholie“ nur annähernd übersetzen lässt. 500 Jahren sollte das lusitanische Imperium über seine afrikanischen Besitzungen herrschen. 1975 löste sich diese Zwangsgemeinschaft nach blutigen Befreiungskämpfen auf. Als gemeinsame kulturelle Hinterlassenschaft hat aber das Lebensgefühl der Saudade überlebt, das laut einer deutschen Jury zu den 10 schönsten Wörtern der Welt gehört. Der Untergang von „Portugals strahlende(r) Grösse“ ist in den überirdischen Büchern von António Lobo Antunes literarisch nachvollziehbar, die auf diesem Album versammelten Sängerinnen und Sänger stehen für die afrikanische Seite der Medaille, und für die Zeit, die der Unabhängigkeit folgt. Der Angolaner Bonga, vormaliger Langstrecken-Champ des Weltreiches, begann seine Sänger-Karriere im holländischen Exil. Wazimbo aus Mosambik machte zur selben Zeit seine ersten Karriere-Schritte in den Muceque genannten Afrikaner-Ghettos von Angolas Hauptstadt Luanda. Heute gelten beide nicht nur als die führenden Sänger ihrer jeweiligen Länder, sondern auch als Symbole und Zeitzeugen der seitdem stattgefundenen gewaltigen gesellschaftlichen und kulturellen Umbrüche. Die wie Cesária Évora von den Kapverden stammenden Sängerinnen Tété Alhinho und Terezinha Araújo vertreten hingegen eine jüngere Generation. Nach gemeinsamen Anfängen in der Gruppe Simentera haben sie inzwischen auch international erfolgreiche Solokarrieren begonnen und Alben unter eigenem Namen veröffentlicht. Cesária Évora war von Tété Alhinhos auf Luso Noir veröffentlichten Originalversion von „Dor di Amor“ so angetan, dass sie nachfolgend auf ihrem 2001er Album „Sao Vicente“ eine eigene Version des Titels interpretierte. Als Bonus gibt es bei dieser exklusiven Piranha-Veröffentlichung für die Büchergilde Gutenberg einen Video des Wazimbo-Titels „Nwahulwana“ (Nightbird), des erfolgreichsten mosambikanischen Musikstücks überhaupt. Mehr als eine halbe Millionen international verbreiteter CDs und Hollywood-Soundtracks wie z.B. des Films „The Pledge“ mit Jack Nicholson zeugen davon.
Digipack, Spielzeit ca. 58 Minuten plus Bonus Video ca. 7 Minuten
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