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Mit seinem neuen Roman erweist sich Dieter Wellershoff erneut als Meister der subtilen Einfühlung und der insistierenden Infragestellung von Üblichkeiten und Gewissheiten. Mit der Geschichte des evangelischen Pfarrers Ralf Henrichsen, der die Folgen eines tragischen Verkehrsunfalls seelsorgerisch begleiten muss und dadurch in eine existentielle Krise gerät, erzählt er von einem Prototypen unserer Zeit: dem problematischen Individuum in einer zufälligen Welt, dessen Sinn- und Lebensentwürfe unter erhöhtem Rechtfertigungsdruck stehen. Der Roman beginnt wie ein Krimi und entwickelt sich zu einem figurenreichen Gesellschaftsdrama. Hauptfigur ist ein junger Landpfarrer, der eines Nachts zu einem Unfallort gerufen wird. Ein Auto ist von der Straße abgekommen und in einen See gestürzt. Der Fahrer hat sich gerettet, seine Frau und sein Sohn werden leblos geborgen. Wie das geschehen konnte, ist unklar. Schon bald nimmt das angebliche Unglück unheimliche Züge an. Der Pfarrer hält trotzdem an der Unschuldsvermutung fest und bringt fast alle Gemeindemitglieder gegen sich auf. Dieter Wellershoff erzählt mit ausgeprägtem Gespür für Stimmungen und Gefühle, wie ein Mann, der in der Gewissheit einer sinnstiftenden Ordnung gelebt hat, an Grenzen gerät – seine eigenen und die einer Institution, deren Anspruch es ist, Orientierung zu bieten und Halt zu gewähren. Dieter Wellershoff, geboren 1925 in Neuss, lebt in Köln. Er ist Autor von Romanen, Novellen, Erzählungen, Essays und autobiographischen Büchern. Wellershoff hielt poetologische Vorlesungen an in- und ausländischen Universitäten und wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, u.a. mit dem Hörspielpreis der Kriegsblinden, dem Heinrich-Böll-Preis, dem Hölderlin-Preis, dem Joseph-Breitbach-Preis und dem Ernst-Robert-Curtius-Preis für Essayistik. "Mit bezwingender erzählerischer Raffinesse überführt Wellershoff den kriminalistischen Auftakt seines Romans in eine Versuchsanordnung über grundlegende Existenzfragen." Tagesspiegel "Wellershoff schreibt mit viel psychologischem Feingefühl und in einer klaren, völlig uneitlen Sprache. Zugleich ist Der Himmel ist kein Ort eine sehr intelligente Abrechnung mit der Amtskirche und der Religion im Allgemeinen." Financial Times Deutschland
Leinen mit Schutzumschlag, 304 Seiten
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