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Klaus Kienzler "Der religiöse Fundamentalismus"

"Ins Kreuzfeuer der kritischen Blicke der Welt ist der Islam geraten. Was in diesem Buch versucht wird, ist jetzt notwendiger denn je: Islam nicht mit Fundamentalismus zu identifizieren. Sollte sich die westliche Welt gegen diese Gefahr nicht energisch wehren, werden die Folgen ungleich katastrophaler sein als die bisher schon unerträglichen Opfer. Es ist eindringlich in Erinnerung zu rufen: "Islam" heißt wörtlich übersetzt "Frieden schaffen" - und das ist keine Farce. Dieses Ideal des religiösen Islam ist hoch zu halten gegen allen verführerischen Einspruch."
Aus dem aktualisierten Vorwort von Klaus Kienzler

Über den Islam als Gefahr für die westliche Welt wird zur Zeit häufig gestritten. Deshalb ist es wichtiger denn je, die Diskussion über den Extremismus im Namen der Religion zu versachlichen. In seinem Werk "Der religiöse Fundamentalismus" klärt Klaus Kienzler die Grundlagen des Begriffs und zeigt, dass sich dieses Phänomen seit langer Zeit und nicht nur im Islam nachweisen läßt. Aber wie kommen diese Strömungen zustande? Kienzler zeigt bei seinem Religionsvergleich, dass es diese Tendenzen in allen Religionen gibt, die sich auf überlieferte Schriften, also die Bibel, die Thora oder den Koran, stützen. In der Ablehnung einer zeitgemäßen Interpretation der Schriften, der Weigerung den historischen und kulturellen Kontext ihrer Entstehung zu berücksichtigen, liegt die größte Gefahr für alle diese Religionen.

Kienzler zeigt sowohl historische Entwicklungen in den verschiedenen Konfessionen auf, als auch die spezifischen Unterschiede und macht damit auch deutlich, dass die Gefahr heute nicht von dem Islam als religiösem Glaubenssystem ausgeht, sondern von denjenigen, die die Religion zu ihren politischen Zwecken missbrauchen.

Dies zu verstehen, ist von eminenter Bedeutung für das Zusammenleben verschiedener Religionsgruppen auch in Deutschland. Dazu Cem Ă–zdemir: "Ein Ende der Gespensterdebatte wird es vermutlich auch erst geben, wenn wir uns auf beiden Seiten auf die Suche machen - statt nach dem gefährlich Fremden, nach dem verbindenden Gemeinsamen, mit Neugier anstelle des Gefühls der Bedrohung. Vielleicht findet dann auch ein - aufgeklärter - Islam seinen Platz im Land der Dichter und Denker."
Jürgen Sander

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